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Remix meets Giftschrank - Symposium "Verbotene Filme"
Stars der internationalen Mashup-Szene treffen auf Filmemacher, deren Filme nicht gezeigt werden dürfen, und auf solche, deren Projekte aus rechtlichen Gründen gar nicht erst verwirklicht werden konnten: eine interessante Mischung, zu erleben beim Symposium "Verbotene Filme" am 9. und 10. September 2010 in Berlin - veranstaltet von iRights.info und der Deutschen Kinemathek.
Das Vorgehen der GVU gegen die Filmemacher Mario Sixtus und Alexander Lehmann zeigt aktuell einmal mehr, welche Risiken damit verbunden sind, Filme zu machen und zu veröffentlichen. Schon immer verschwanden Spielfilme im Giftschrank, weil sie - vermeintlich oder tatsächlich - gegen Gesetze verstießen. Dokumentationen wurden gar nicht erst gedreht, weil das Justiziariat sagte, man könne die zu erwartenden Klagen nicht durchstehen. Trotzdem können Filme, die nach geltendem Recht verboten sind, weltweit angeschaut werden - drei Aspekte des selben Themas. Das Symposium "Verbotene Filme" wird sich mit der Frage auseinandersetzen, wie das Recht sich darauf auswirkt, welche Filme hergestellt, gezeigt und angeschaut werden können.
Gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek veranstaltet iRights.info dieses zweitägige Symposium in Berlin. Es richtet sich nicht nur an Juristen, sondern an Filmemacher, Mashup-Interessierte, Filmwissenschaftler, Museums- und Archivmitarbeiter und Kinobetreiber - entsprechend dem Ansatz von iRights.info, urheberrechtliche Themen und ihre Relevanz im Alltag, juristischen Laien verständlich zu machen.
Das ausführliche Programm mit Informationen zu allen ReferentInnen, dem Filmprogramm und der Mashup-Rolle gibt es auf der Site von iRights.info: http://irights.info/?q=node/1864
Filme werden nicht gezeigt - oder erst gar nicht gedreht
Die Bedeutung der juristischen Beschränkungen ist groß, nicht nur für die Filmemacher selbst, sondern auch für die Öffentlichkeit - Zuschauer, Archive, Mediatheken und andere Kultureinrichtungen. Etliche Filme können gar nicht oder nur unter Auflagen gezeigt werden. Manche Filme werden nicht (öffentlich) gezeigt, obwohl sie nicht verboten sind, weil Kinobetreiber Angst vor juristischen Auseinandersetzungen haben. Andere werden gar nicht erst gedreht, weil es schon bei der Produktion Angst vor rechtlichen Komplikationen gibt.
Nicht zuletzt werden im Rahmen des Symposiums Filme diskutiert und gezeigt, die es eigentlich nicht geben dürfte: Remixes, Mashups und Collagen, die aus vorgefundenem Material zusammengesetzt sind und meist über das Internet verbreitet werden. Nach geltendem Urheberrecht ist dies fast immer verboten, wenn nicht die Rechte geklärt und Lizenzen erworben wurden. Dennoch blüht eine vitale Subkultur, die im Internet ihre Filme miteinander teilt. Solche Filme erhalten auf Festivals Preise und werden von Kritikern gelobt. Die Diskrepanz zwischen künstlerischer Anerkennung und rechtlicher Ächtung von Mashup-Kultur ist groß. Wie gehen die Macher von Remixes damit um, und wie reagieren die "Geremixten"?
Stars der Mashup-Szene und ein Fimprogramm mit Seltenheitswert
Mit dabei sind zwei "Stars" der internationalen Mashup-Szene: Peter Conheim von der Künstlergruppe Negativland (http://de.wikipedia.org/wiki/Negativland), die unter anderem durch einen öffentlichkeitswirksamen Rechtsstreit mit U2 bekannt wurde, und der Schwede Johan Söderberg, der mit seinem Video, in dem George W. Bush und Tony Blair ein Liebesduett singen, bei YouTube Aufmerksamkeit erregt hat (http://de.wikipedia.org/wiki/Johan_Söderberg). Außerdem die Künstlerinnen Elisa Kreisinger und Susanne Gerber, Kuratorin Kathrin Becker vom Video-Forum des NBK und Stefan Eckel von der Künstlergruppe reproducts.de.
Im Kino Arsenal werden begleitend zum Symposium Filme gezeigt, die sonst nur selten zu sehen sind. Daneben werden in der von iRights.info kuratierten Mashup-Rolle Mashup-Videos, Collagen und Remixes den mit Spannung erwarteten Sprung vom Computerbildschirm auf die große Leinwand machen.
Zudem wird es bei einer Abendveranstaltung in der HomeBase Lounge Gelegenheit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen: "Klassische" Filmemacher mit Mashup-Künstlern, Archivare mit der Webcommunity, Produzenten mit Creative-Commons-Aktivisten.
Aus aktuellem Anlass finden Sie bei iRights.info ein Interview mit Mario Sixtus zu seiner Auseinandersetzung mit der GVU (http://irights.info/?q=node/1863) inklusive einer ausführlichen Linkliste zum Fall und Hintergrundinformationen zu den rechtlichen Aspekten von Filmproduktion, -veröffentlichung und -download.
Der Eintritt zum Symposium ist kostenlos, um Anmeldung wird bis zum 30. August gebeten.
Organisation:
Marc Thümmler
E-Mail: symposium-recht@ deutsche-kinemathek.de
Telefon: +49 (0)30 300 903-0
Fax: +49 (0)30 300 903-13
Gesprächspartner bei iRights.info für Interviews, Hintergrundinformationen und Pressetermine mit den Referenten:
Valentina Djordjevic
vd@irights.info
(0160) 422.1584

Ilja Braun
ib@iRights.info
(0163) 420.4209

Matthias Spielkamp
ms@iRights.info
(0177) 760.2000

über iRights.info
iRights.info ist die wichtigste deutschsprachige Informationsplattform zu allen Fragen des Urheberrechts im Internet. iRights.info bietet Verbraucherinnen und Verbrauchern, Profis und Semiprofis in verständlicher Sprache wichtige Hilfestellungen in der hochkomplexen Materie des Urheberrechts - in Technik, Kultur und Gesellschaft.

über die Deutsche Kinemathek
Die ganze Welt des Kinos unter einem Dach - von den ersten bewegten Bildern bis zum digitalen Film. Die Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen präsentiert bedeutende Sammlungen der Film- und Fernsehgeschichte im Filmhaus am Potsdamer Platz. Sie verantwortet die Retrospektive der Berlinale und lädt zu Filmreihen, Sonderausstellungen, Kolloquien und anderen Veranstaltungen ein.
Das Symposium wird von der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen gemeinsam mit iRights.info veranstaltet, in Kooperation mit dem Institut für Film und Videokunst e. V., dem Netzwerk Mediatheken, der AG Recht des Kinematheksverbunds und dem Institut für Museumsforschung. Die Veranstaltung wird gefördert von der DEFA-Stiftung, der VG Bild-Kunst und der Bundeszentrale für politische Bildung.

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