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4.   Versuch

4.1   Kulturverlauf

4.1.1  Versuchsaufbau

Standort: Bramsche-Pente
Bodenart: anlehmiger Sand
Anzahl der Wiederholungen: 2
Parzellengröße: 6 m2
Beregnung: keine
Vorfrucht: Kleegras Umbruch am 5.4.95
Stickstoff-Gehalt in den Versuchsflächen:
N-min (NO3-N, kg/ha)
Vegetationbeginn
26.04.95
Vegetationsende
19.11.95
0-30 cm
39,5
---
30-60 cm
49
4,5


Jungpflanzenanzucht:
Bis auf Dracocephalum moldavica wurden alle Pflanzen unter Glas herangezogen. Die Temperaturen lagen bei den Aussaaten bis zur Keimung bei T/N 20°/15°C, nach der Keimung bei 10°/15°C. Die Jungpflanzen wurden dann bis zum Pflanztermin bei 14°C kultiviert.
Die Stecklingsvermehrung erfolgte bei ca 14° - 20°C.

Krankheiten - Schädlinge:
Bei der Jungpflanzenanzucht von Aloysia triphylla wurden erfolgreich Gallmücken gegen Blattläuse und weiße Fliege eingesetzt. Gegen den hohen Populationsdruck von Trauermücken wurden Töpfe und Anzuchtplatten mit Sand abgestreut, jedoch ohne sichtbaren Erfolg.
Im Freiland störten vor allem in der Anfangsphase Maulwürfe.
Ab Juli wurde die Blattqualität von bei Nepeta und D. nutans durch Saugschäden von Zwergzikaden gemindert.
Probleme mit Blattläusen und parasitären Pilzen traten nicht auf.

Leitunkräuter:
• Gänsefuß, weißer
• Hundskamille
• Nachtschatten, schwarzer
• Vogelmiere
• Quecke

Witterungsverlauf:
Die Kräuter wurden zwischen dem 01,. 05. und 25.05 gepflanzt.
Dieser Monat war äußerst trocken. In den ersten drei Wochen verteilete sich die Hälfte des monatlichen Gesamtniederschlages (46 mm) auf nur zwei Tagen (10.05., 17.05.). Die Temperaturen verhielten sich wechselhaft. Wurden im ersten Monatsquartal maximale Werte von bis zu 23°C gemessen, so kam es nach den Eisheiligen noch einmal zu leichten Bodenfrösten.
Der Sommer 1995 wurde extrem heiß und trocken. Die geringen Monatsniederschläge (Jun: 48 mm, Jul.: 47 mm, Aug: 36 mm) verteilten sich auf nur wenige Tage. So fiel von Anfang August bis zum 24.08. kein nennenswerter Niederschlag.
Mitte Juni gab es noch einmal eine kurze Kühlperiode. Die Temperaturen lagen in folgenden Monaten über 25°C: im Juni an 7 Tagen, im Juli an 21 Tagen und im August an 19 Tagen.

4.1.2   Auflistung der Kulturen

Erörterung einiger im folgenden erklärungsbedürftiger Umstände:
• Die Ertragsdaten stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn erstens erbringen viele mehrjährige Kräuter erst in den folgenden Jahren ihr Ertragsmaximum, zum anderen hätten teilweise mehr Schnitte erfolgen können. Ertragsuntersuchungen waren auch nicht Ziel dieser Seminararbeit, doch können die ermittelten Erträge sicherlich Tendenzen aufzeigen.
• Die Pflanzabstände weichen bei einigen Kulturen von der üblichen Praxis ab (z.B. Melisse). Da jedoch bei den meisten Arten keine Erfahrungen vorliegen, wurden oft relativ enge Pflanzabstände gewählt. Um diesen Sachverhalt tendenziell zu klären, wurden bei der Ernte auch die Randpflanzen separat erfaßt. Als Tendenz könnte man einen Mehrertrag in den Randzonen gegenüber dem "Inneren Bereich" in jener Weise deuten, daß ein weiterer Pflanzabstand von Vorteil wäre. Die Berechnung der getrockneten Blattware/m2 wurde ohne Randeffekt ermittelt.
• Unter Frischmasse ist das gesamte geschnittene Kraut zu zählen, also Stengel, Blätter, und Blüten. Als Trockenmasse "Blatt" zählt nur die aus dem getrockneten Kraut gerebelte Ware.
• Bei Thymus und Aloysia 1.Schnitt und Draco. moldavica, wurde die gesamte Parzelle ausgewertet.
• Die Ernte erfolgte ausschließlich mit Schere oder Messer.
• Trocknung: Von dem frischen Erntegut wurde eine bestimte Menge ausgewogen i.d.R. 500 oder 1000g, die dann im Umlufttrockner bei 60°C getrocknet wurden. Aus der gewonnenen Trockenware wurde das Eintrocknungsverhältnis und das Blatt-Stengel-Verhältnis ermittelt. Das Kraut für die Verköstigung wurde auf natürlicher Weise auf dem Dachboden luftgetrocknet. Die dortigen Temperaturen überstiegen nicht 35°C.
• Die folgenden Ergebnisse stellen einen Mittelwert der Wiederholungen dar. Die Grunddaten sind im Anhang aufgeführt.