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Dynamo-Lichtanlage für das Faltrad "Birdy"

Der deutsche Birdy-Fan hat ein Problem: Sein Gefährt ist nicht "verkehrssicher". Hierzu fehlen  ein Front-, ein Heck- und vier Speichenreflektoren sowie eine Dynamobeleuchtung und eine Klingel. Zwar bietet der Hersteller bei der Beleuchtung entsprechende Möglichkeiten an, aber die gefielen mir nicht. Die Batteriebeleuchtung ist weder ökonomisch noch ökologisch befriedigend, außerdem machen Batterien und erst recht Akkus immer im ungünstigsten Moment schlapp. Die Dynamo-Lösung von r + m (siehe deren Homepage) ist perfekt, kostet aber 149 DM. Außerdem scheint für deren Montage der Gepäckträger Voraussetzung zu sein, den ich nicht habe (Weiß jemand hierzu Näheres?).

Mit etwas Bastelarbeit und ca. 40 DM habe ich eine Lösung hinbekommen, mit der man keine Polizeikontrolle fürchten muss und auch nach Einbruch der Dunkelheit sicher unterwegs ist.


Die im folgenden vorgestellte Eigenbau-Lösung erfordert keinerlei Manipulation am Originalzustand des "Birdy", sie kann also spurlos rückgängig gemacht werden: kein Schweißen, kein Löten, kein Bohren, kein Biegen, kein Kratzen am Lack, kein Gewindeschneiden!

Dynamo, Rücklicht, Speichenrückstrahler Notwendige Teile:
1) ein handelsüblicher Dynamo (Rechtsläufer!) 15 DM
2) ggf. eine Gummikappe für das Dynamolaufrad 0,50 DM
3) ein Dynamohalter zur Befestigung unter der Bremshalteschraube (für Fahrräder ohne Dynamoausleger) 2,50 DM
4) Fahrrad-Beleuchtungskabel 3 DM
5) ein Frontscheinwerfer mit integriertem Reflektor 10 DM
6) ein kleines Rennrad-Rücklicht mit Befestigungsschelle für die Hinterbaustrebe 7 DM

Zur Vervollständigung der "passiven" Beleuchtung zusätzlich:
7) ein Satz kleine Speichenreflektoren 5 DM
8) ein Mountainbike-Rückstrahler mit Blech-Ausleger zur Befestigung an der Sattelstützen-Klemmschelle 4 DM



Zu 1) Der Dynamo wird mit Hilfe des Auslegers 3) an der Hinterradschwinge links, gegen die Fahrtrichtung, montiert. Das ist zwar nicht die reine Lehre, denn ein sich lockernder Dynamo, der gegen die Fahrtrichtung steht, kann zumindest theoretisch in die Speichen fallen und das Rad blockieren. Hier geht es aber nicht anders, daher auf feste Verschraubung des Dynamos am Ausleger achten! Nebenbei bemerkt: Selbst die Fahrradhersteller sündigen hier manchmal.


Zu 2) Die Gummikappe verhindert Durchrutschen des Dynamos und schont den Reifen. Außerdem erleichtert sie die optimale Ausrichtung des Dynamo-Reibrads, man gewinnt etwas "Luft" zwischen dem Dynamokorpus und den Speichen.


Zu 3) Man braucht einen Ausleger, um den Dynamo am Rahmen zu befestigen. Hierfür habe ich Dynamohalter in situ zu einem Dynamohalter von Soubitez gegriffen, der im Fahrradfachhandel erhältlich ist. Im aktuellen Rose-Katalog (S. 407) ist er unter der Bestellnummer DY-5990-4093 für 2,50 DM erhältlich (siehe Abbildung;Dynamohalter Originalzustand auf der Homepage von Rose: "Shopping", "Zubehör", Untergruppe "Dynamos", "Dynamohalter", "Dynamohalter 1"). Er wird normalerweise unter der Halteschraube des Bremsarms befestigt.
Für´s "Birdy" müssen wir etwas manipulieren. Den t-förmigen Ausleger (Rahmenabstützung) sägen wir ab, der verbleibende Winkel wird mit dem Langloch(!) unter die Bremsschaube gesetzt, im einfachen Loch wird der Dynamo verschraubt.


Zu 4) Ein kurzes Kabel führt vom Dynamo zum Ende der Hinterradschwinge, wo das Rücklicht befestigt ist. Man kann problemlos mehr oder weniger Kabelreserve im offenen Ende der Hinterradschwinge verschwinden lassen.
Das längere Kabel zum Frontscheinwerfer wickelt man spiralförmig um die Bowdenzughülle der Hinterradbremse, bis vorne zum Lenker. Der Bowdenzug führt vorne am Lenker knapp am Frontscheinwerfer (5) vorbei; dort knotet man das Kabel um den Bowdenzug und führt es dann zum Scheinwerfer. Auf diese Weise macht das Kabel beim Faltvorgang die Bewegung des Bowdenzugs exakt mit; nirgends entsteht Zug auf das Kabel oder eine lockere Schlaufe.
Die Original-Dynamoausrüstung des "Birdy" geht übrigens den gleichen Weg, allerdings sind dort Bowdenzug und Kabel von einer zusätzlichen Hülle umgeben, damit das Kabel sich nicht an den Halteschlaufen unterhalb des Rahmenhauptrohrs aufscheuert. Es geht aber auch ohne, wie meine Erfahrung zeigt.
Die im Fahrradbau übliche Rückleitung des Stroms über "Masse", also den Rahmen, funktioniert trotz der beiden Gelenke (Lenker, Hinterradschwinge) auch beim "Birdy" absolut problemlos.


FrontleuchteFrontleuchteZu 5) Hier kann man zu Standardware greifen; wer sich etwas gönnen will, wählt einen Halogenscheinwerfer oder einen mit Standlichtautomatik. Wichtig ist die integrierte Rückstrahlfläche, so schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.
Beim "Birdy" ist ab Werk auf der linken Seite des senkrechten Lenkerrohrs ein Gewinde eingearbeitet, das dem Verschrauben einer Frontleuchte dient. Auch die notwendige Schraube steckt schon drin. Falls es eng wird wegen der Form des Scheinwerfers, kann man eine Hülse dazwischensetzen und eine längere Schraube verwenden (siehe Bild rechts). Ich habe dafür eine Gleitlagerhülse aus einem alten Schalträdchen genommen.


RücklichtZu 6) Damit es nicht klobig wirkt, habe ich ein kleines Rennrad-Rücklicht (Cateye) gekauft. Zugegeben, es hat nicht den Segen des TÜV (Wellenzeichen), ist aber hell und strahlt gut rundum. Von der mitgelieferten Befestigungsschelle habe ich nur eine Hälfte verwendet und diese an dem v-förmigen Ausleger verschraubt, der am Schwingenende die Achsaufnahme des Hinterrads bildet. Erfreulicherweise wird auch hier das notwendige Gewinde ab Werk mitgeliefert!
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob die asymmetrische Position des Rücklichts gesetzeskonform ist, aber man müsste sich wohl wohl schon mächtig anstrengen, um einen Winkel zu finden, aus dem man das brennende Rücklicht nicht auch von rechts sähe. Der Vorteil dieser Einbauposition: Das Rücklicht ragt auch beim Falten und Verstauen des "Birdy" nicht ungünstig heraus.


Reflektor hinten Zu 8) Hier sagt das sprichwörtliche Bild mehr als 1000 Worte; den Rückstrahler samt Ausleger gab´s im Baumarkt.


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Letzte Änderung am 16. Mai 2001 Bernd Holzum