Zehn der schönsten Lautenbücher

  1. Das „Jane Pickering Lute Book
  2. Das „Board Lute Book“
  3. Das „M.L. Lute Book“
  4. Das „Welde Lute Book“
  5. Das Folger „Dowland“ Manuskript
  6. Das „Marsh Lute Book“
  7. Vincenco Capirola’s Lautenbuch
  8. Robert Dowland’s „Varitie of Lute-Lessons”
  9. Simone Molinaro’s „Intavolatura di Liuto Libro primo”
  10. Nicolas Vallet’s  „Le Secret des muses“
     

zu 1) Das „Jane Pickering’s Lute Book“
(Manuskript Egerton 2046 der British Library London)
Das von Jane Pickering angelegte Lautenbuch wurde von 1616 bis 1645 geführt. Es enthält 107 Stücke in französischer Tabulatur, von denen 77 von Jane Pickering selbst geschrieben wurden. 81 Stücke sind Solos und Duette für Renaissancelaute in G Stimmung und wurden in der Zeit zwischen 1616 und 1620 in das Lautenbuch eingetragen. Viele schöne Stücke verdanken wir der Sitte Jane Pickering’s den freien verbleibenden Platz auf einer Seite mit kurzen sogenannten Toys auszufüllen. Diese stellen liebenswürdige kleine Kompositionen dar, die in diesem Fall wahrscheinlich von Jane Pickering selbst komponiert wurden.

 

zu 2) Das „Board Lute Book“
(im Privatbesitz von Robert Spencer)
Das von Margaret Board zwischen 1620 und 1635 angelegt Lautenbuch enthält 188 Solos und Duette in französischer Tabulatur. 104 Stücke schrieb sie selbst in das Buch. Sie spielte eine 9-chörige Renaissancelaute in G-Stimmung. Höchstwahrscheinlich hat John Dowland, während einer Unterrichtsstunde, die er Margaret Board gab, auch zwei Stücke und zwar eine Almain seines Sohnes Robert und ein kurzes Prelude in das Buch geschrieben, neben einigen didaktischen Tabellen.

 

zu 3) Das „M.L. Lute Book“ oder auch „John Sturt’s Lute Book“
(Additional Manuskript 38539 der British Library London)
Das von einer Margaret L. zwischen 1620 und 1640 angelegte Lautenbuch enthält 88 Solos für 6 bis 10-chörige Renaissancelaute nebst einem Duett in französischer Tabulatur, sowie eine Generalbasstabelle für 10-chörige Renaissancelaute. Es heißt auch „ John Sturt’s Lute Book“, weil man früher annahm er sei der Schreiber des Buches gewesen. John Sturt’s sieben Kompositionen befinden sich verteilt in diesem und dem „Board Lute Book“

 

zu 4) Das „Welde Lute Book“
(im Privatbesitz von Lord Forester)
Das Buch enthält 37 Stücke und 2 Duette für 6 bis 7-chörige Renaissancelaute in französischer Tabulatur. John Weld, der das Buch um ca. 1600 anlegte, besaß eine sehr schöne Handschrift. Das bekannte Stück „Watkin’s Ale“ taucht nur hier auf.

 

zu 5) das Folger „Dowland“ Manuskript
(Manuskript V.b.280 der Folger Shakespeares Library Washington)
Das Buch enthält 75 Stücke für 6 bis 7-chörige Renaissancelaute in französischer Tabulatur. Es wurde ca.1590 angelegt. Das Buch enthält  Autographen von John Johnson und John Dowland, welche von den Komponisten unterschrieben wurden. Es kann angenommen werden, dass auch John Dowland ein Besitzer des Buches war.

 

zu 6)  Das „Marsh Lute Book“
(Manuskript Z3.2.13 der Bücherei der Erzbischofs Narzissus Marsh Dublin)
Das Buch wurde ca. 1595 angelegt und enthält 152 Solos für 6-chörige Renaissancelaute, 4 Solos für 7-chörige Renaissancelaute und 9 Stücke für 6-chörige Bandora in französischer Tabulatur. Die Stücke des  Buches  wurden sehr wahrscheinlich in großer Eile kopiert und enthalten deshalb leider viele Fehler. Allein der Umfang macht es bemerkenswert.

 

zu 7)  das Lautenbuch des Vincenzo Capirola: “Compositione di messer Vincenzo Capirola, gentil homo bresano” (Manuskript VM C.25 der Newberry Library Chicago)
Vincenzo Capirola  (1474-1548)
Das um ca. 1517 von einem Schüler Capirolas angelegte Lautenbuch enthält 42 Kompositionen für 6-chörige Renaissancelaute in italienischer Tabulatur. Über die Hälfte der Kompositionen sind Bearbeitungen von weltlicher und geistlicher Musik anderer Komponisten. 45 Seiten des Buches sind mit Randbemalungen von pastoralen Idyllen mit Tieren und Fabelwesen verziert. Dieses und die beinahe Fehlerlosigkeit mit der die Stücke niedergeschrieben wurden machen es zu einem der schönsten Lautenbücher.

 

zu 8)  Robert Dowland’s „Varitie of Lute-Lessons”
(K.a.i.8 der British Museum Music Library)
Das Buch, das 1610 in London gedruckt wurde, enthält 42 Stücke verschiedener Komponisten in französischer Tabulatur und ist eingeteilt in Fantasien, Pavannen, Galliarden, Allemanden, Couranten und Volten. Herausgegeben durch Robert Dowland enthält dieser Druck auch eine Abhandlung über das Instrument und das Lautenspiel, welche von John Dowland, seinem Vater stammt. Die meisten Kompositionen stellen hohe Anforderungen an den Spieler.

 

zu 9) Simone Molinaro’s „Intavolatura di Liuto Libro primo”
(ref. K.4.i.9 British Library Reference Division London)
Simone Molinaro (ca.1570-1634)
Das Buch, das 1599 in Venedig gedruckt wurde, enthält 68 Kompositionen für 7-chörige Renaissancelaute in italienischer Tabulatur und zwar Saltarellos, Passemezzos, Galliarden und Fantasieen. Alle Kompositionen sind spieltechnisch sehr anspruchsvoll.

 

zu 10) Nicolas Vallet’s  „Le Secret des muses“
Nicolas Vallet (ca.1583-1642)
Das Opus, das 1615 und 1616 in zwei Teilen herausgegeben wurden, enthält insgesamt 125 Kompositionen und Bearbeitungen für 10-chörige Renaissancelaute in französischer Tabulatur. Der zweite Teil enthält fünf Stücke für vier Lauten.