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Zur Lautenmusik der Renaissance
Die frühesten Zeugnisse über die Musik
für die Renaissancelaute verdanken wir Ottaviano Petrucci, von dem der erste erhaltene Druck für Lautenmusik von 1507 datiert. Andere Quellen sind private handgeschriebene Lautenbücher, die die Hauptquellen der
Elisabethanischen Epoche darstellen wie z.B. das „Jane Pickering Lute-book“ oder das „Board Lute-book“. Die beiden Musikzentren der Renaissancemusik für Laute waren England und Italien. Zwar wurden in anderen
europäischen Ländern auch Musik für die Laute gedruckt wie z.B. in Deutschland (Neusidler, Judenkünig), Holland (Phalese, Vallet) und Frankreich (Attaingnant, Le Roy) doch kam die Lautenmusik hier nicht zu einer solchen
Hochblüte. In diesem Zusammenhang muss man Spanien erwähnen, wo die uns bekannte Renaissancelaute gar keine Rolle spielte, aber dafür ein gitarrenähnliches Instrument, die Vihuela, deren Werke man ohne Veränderung auch auf
einer Renaissancelaute spielen kann. Es sind uns sieben Vihuelabücher erhalten geblieben und zwar von den Komponisten: Milan, Narvaez, Mudarra, Pisador, Fuenllana, Valderrabano und Daca. Die Epoche der Vihuela dauerte nur 43
Jahre, dann verschwand sie für immer von der Bildfläche. Der größte Virtuose und Komponist in England war zweifellos John Dowland (1563-1626). Sein Ruhm begründet sich hauptsächlich auf seine 87 wunderschönen
Lautenlieder. Aber auch seine Solostücke wie z.B. : Lachrimae pavan, Forlorn Hope fancy, Farewell fancy, King of Denmark’s galliard, My lady Hunsdon’s puffe, Sir John Smith his Almaine, The Frog galliard u.v.a sind
einzigartige Musikkompositionen. Neben Dowland möchte ich noch folgende herausragende Komponisten der Elisabethanischen Epoche erwähnen: Anthony Holborne (gest. 1602), Thomas Robinson (um 1588 – 1610), John und Robert
Johnson und Francis Cutting (um 1600). Das andere bereits erwähnte Musikzentrum war Italien. Hier soll ein Lautenist seine Zuhörerschaft besonders beeindruckt haben: Francesco da Milano (1497-1543), genannt „Il divino“ (
der Göttliche). Uns sind relativ viele seiner Fantasien und Ricercare bekannt, die uns in zahlreichen Lautendrucken überliefert wurden. Neben Francesco da Milano gab es noch folgende bedeutsame Lautenisten und Komponisten in
Italien: Vincenzo Capirola (um 1500), Michelangelo Galilei (gest. 1631), Simone Molinaro (1565-1615), und Alessandro Piccinini (1566 um 1638). Auch die Kompositionen von Giovanni Zamboni (D’Intavolatura di Leuto, Lucca 1718)
lassen sich auf einer Renaissancelaute wiedergeben.
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