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Christof Knapp



Holzarbeiten

Holz ist sein bevorzugtes Werkmaterial. Daraus schafft er filigran wirkende Objekte, die an Wand und Boden platziert werden können, als mehrteilige Arbeit zu einer Form zusammengeschoben werden können, aber sich auch raumgreifend labyrinthartig ausbreiten können.
Der Künstler benutzt das Material Holz, das wir in unserer alltäglichen Umgebung in vielerlei Verarbeitung und Form antreffen, in einer neuartigen, teils spielerisch anmutenden Weise. Knapp analysiert seine plastisch-räumlichen Eigenschaften.

Trio, © Ch Knapp o.T., © Chr. Knapp o.T., © Chr. Knapp
Trio, 1998
3-teilige Skulptur aus Robinienholz, jeweils ca. 15x4x8cm variable Aufstellungs-/Hängemöglichkeiten ©Chr. Knapp
o.T., 1998
8-teilige Skulptur aus Robinienholz, jweils ca. 13x6x5cm variable Aufstellungs-/Hängemöglichkeiten, ©Chr. Knapp
o.T. (ausgehöhlte Form I), 1999
Weymouth-Kiefer, Farbe, ca. 200x50x60cm ©Chr. Knapp

Viele Objekte haben einen zeichenhaften Charakter, in der Form eindeutig festgelegt, in ihrer Signifikanz aber lassen sie der Phantasie des Betrachters genügend Freiraum. Bei den mehrteiligen Arbeiten ist die Anordnung der Elemente beliebig. Bei einigen gibt es eine "Ruheform" - man kann das Holzstück erkennen, aus dem die einzelnen Formen entstanden sind. Doch diese lassen sich im Raum verteilen. Ihre Anordnung ist variabel, immer wieder kann der Künstler neue Gefüge erschaffen. Und bei der in diesem Jahr entstandenen Installation "Faites vos jeux" ist nicht nur der Künstler kreativ, sondern der Betrachter wird aufgefordert, die einzelnen Elemente zu variieren. Der Bezug zum Raum, der Zwischenraum und die Bewegung der Elemente sowie Beziehungen zwischen Raum, Fläche und Linie sind für Knapp bedeutend.

Holzmeer, © Ch Knapp Wandkühler, © Chr. Knapp Faites vos jeux!, © Chr. Knapp
Holzmeer, 2001
Bodeninstallation aus 13 segmentierten Pappelholzquadern variable Aufstellungsmaße, Höhe: ca. 25cm, ©Chr. Knapp
Wandkühler, 1999
Wandobjekt, Roteiche, 35x28x4cm, ©Chr. Knapp
Faites vos jeux!, 2004
Bodeninstallation, 22-teilig, Spanplatte, Acrylfarbe, Gelenkrollen Größe jeweils: 30x30x13cm, variable Aufstellungsmöglichkeiten, ©Chr. Knapp


Biografie

Christof Knapp wurde am 14.03.1973 in Osnabrück geboren. Von 1993 bis 1999 absolvierte er ein Kunststudium an der Universität und Gesamthochschule Siegen mit dem Schwerpunkt Plastik bei Peter Nettesheim und Prof. Michel Sauer.
Seit 2002 ist er als Kunstlehrer am Kölner Humboldt-Gymnasium tätig. Außerdem ist er Dozent am Kölner Institut für Kulturarbeit und Weiterbildung (KIK).
Der Künstler lebt und arbeitet in Frechen.



Christof Knapp © Ch.Knapp
Christof Knapp
Ausstellungen (eine Auswahl)
1994 - 2000regelmäßige Teilnahme am Rundgang, Jahresausstellungen des Fachbereichs Kunst der Uni-GH-Siegen
1997Säulengang, Siegen (GA, Katalog)
Förderpreis des Industrie- und Handelsclubs Südwestfalen e.V. im Bereich Plastik
1998 - 2003Teilnahme am Kunstwechsel,
(1998 ehem. Elektrolux-Gebäude Siegen; 1999 ehem. RWE-Gebäude Siegen; 2000 ehem. Landes-Zentralbank Siegen; 2001 ehem. Kerber-Kaufhaus Siegen, 2003 ehem. Penny-Markt Siegen)
1999Zeichenholz - Baupapier (EA), Städtische Galerie Haus Seel, Siegen
märz, ESG-Galerie, Siegen
2003Teilnahme an der 2. Dellbrücker Kunstmeile (Preisverleihung: 2. Platz)
Raumkontakt, Kunstwerk Köln-Deutz (GA)
Teilnahme an den 15. KunstTagen, Abtei Brauweiler
2004Kunst auf Carl, Kunstverein Frechen (GA)
Jahresgaben 2004, Kunstverein Frechen (GA)
KunstTage, Abtei Brauweiler
art.fair, Publikumsmesse für zeitgenössische Kunst, Köln (Galerie Benninger)
Grosse Kunstausstellung NRW 2004 (GA, Katalog)Museum Kunst Palast, Düsseldorf
2005Max-Ernst-Stipendium 2005 (2. Platz), Ausstellung der Preisträger des Max-Ernst-Stipendiums 2005, Brühl
Räume, Kreismuseum Neuwied (GA)
Raumstücke, Galerie Benninger, Köln (EA)
KunstTage, Abtei Brauweiler
art.fair, Publikumsmesse für zeitgenössische Kunst, Köln (Galerie Benninger)
Grosse Kunstausstellung NRW 2005 (GA, Katalog)Museum Kunst Palast, Düsseldorf
2006art.fair, Publikumsmesse für zeitgenössische Kunst, Köln (Galerie Benninger)
2007 Raumfelder, (EA, Alte Werkstatt der Grube Carl in Frechen)
19. KunstTage, Brauweiler
Reizvolles Spiel mit subtilen Variationen

Die Arbeiten von Christof Knapp, dem jüngsten der hier ausstellenden Künstler, strahlen zunächst rationale Strenge aus. Zahlreiche gleichartige Objekte in klaren rechtwinkligen Formen sind in den Bodeninstallationen zu größeren Gruppen zusammengefasst. Genauer gesagt: aus einer Grundform sind jeweils systematische Serien entstanden, die sich in den Raum ergießen und ein reizvolles Spiel mit subtilen Variationen entfalten.

Das "Holzmeer" besteht aus ursprünglich 13 Quadern aus Pappelholz. Sie wurden mit der Bandsäge rechtwinklig seziert, so dass das kompakte Holz seine zarten Innenschichten dem Licht und der Luft preisgibt und dabei den Raum erobert. Die ungleichen Grundmaße der Holzblöcke und die labyrinthartige Aufstellung der entstandenen Winkel mit ihren verschieden langen Seiten führen zu einer lebendigen Skulptur in feiner Bewegung. Je nach Lichteinfall ergeben die schmalen Kanten ein lebhaftes grafisches Bild.

Die Anzahl der Elemente in der Arbeit "Faites vos jeux" hat sich aus der Grundform eines Kreuzes ergeben, dessen Arme systematisch in Fünferschritten gegeneinander verschoben wurden: alle 22 Möglichkeiten sind aus einer dicken Holzplatte herausgeschnitten worden. Die streng konstruierten Formen und ihre Ordnung ist jedoch nur ein Aspekt dieser Arbeit. Die Farbe, ein strahlendes Gelb, nimmt den Einzelstücken ihre feste Körperlichkeit, macht sie zu Lichterscheinungen auf dem dunklen Boden. Die untergeschraubten Rollen nehmen der Ordnung jede Starre. Stellen Sie sich vor, hier läuft ein Kind durch oder Sie selbst wagen zu spielen...

Das Systematische und das Spielerische sind zwei Pole, die das Schaffen von Christof Knapp bestimmen. Auch in den kleineren Wandarbeiten ist zu erkennen, dass hier weit mehr als die Rationalität angesprochen ist. "Faites vos jeux" - Auch Sie dürfen mitspielen.

Ein Auszug aus der Rede zur Eröffnung der Ausstellung KUNST AUF CARL von Dr. Jenny Graf-Bicher, 2004.