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Neues Max Ernst-Werk im Brühler Museum   zur Übersicht

Privatsammler möchte anonym bleiben

Max Ernst. Arizona desert after rain; ©ME-Museum/G.Wagner 15.2.2009 - Durch eine großzügige Schenkung an die Stiftung Max Ernst gelangte das Werk "Arizona desert after rain" in das Brühler Museum. Das Bild befand sich seit über 30 Jahren in einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung. Es ist ein einzigartiges Gemälde von Max Ernst, das um 1948 entstand. Dieses Bild wird ab sofort der Öffentlichkeit im Max Ernst Museum Brühl des LVR auf Dauer präsentiert. Dr. Achim Sommer freut sich doppelt – als Geschäftsführer der Stiftung Max Ernst und als Museumsdirektor - über dieses "exquisite und überaus qualitätsvolle Gemälde". Er bezeichnet die Schenkung als "bedeutenden Zugewinn für die Schausammlung des Museums". Der Max Ernst-Spezialist und wissenschaftlicher Leiter, Dr. Jürgen Pech, unterstreicht: "‚Arizona desert after rain’ ist Porträt einer Landschaft und Bild des Prozessualen der Natur. Es handelt sich um ein Museumsstück, das im Max Ernst Museum Brühl des LVR seine ideale Heimat gefunden hat." Der Sammler, der das Bild der Stiftung schenkte, möchte bis zu seinem Tod anonym bleiben. Erst dann wird auch sein Name neben dem Bild veröffentlicht.

Titelbild der Zeitschrift Town & Country"
Während seiner amerikanischen Exilzeit zog Max Ernst zusammen mit der Künstlerin Dorothea Tanning 1946 von der Metropole New York nach Arizona. In dem kleinen Ort Sedona, in der Nähe der Reservate der Hopi- und Zuni-Indianer errichtete das Künstlerpaar eine einfache Holzhütte, die in den folgenden Jahren durch ein Steinhaus erweitert wurde. Das Bild reflektiert die kärgliche Landschaft und die Einsamkeit der Umgebung. Im November 1948 erhielt Max Ernst die amerikanische Staatsbürgerschaft. Auf diese Zeit ist das 33,5 x 25,4 cm große Gemälde "Arizona desert after rain" zu datieren, welches im März des folgendes Jahres den Umschlag der amerikanischen Zeitschrift "Town & Country" zierte.

Das Bild entstand mittels der Abklatschtechnik, auch Décalcomanie genannt. Bei dieser Technik wird die Farbe nicht mit dem Pinsel auf die Leinwand aufgetragen, sondern über einen indirekten Weg: Die Ölfarben werden zuerst auf eine Glasplatte aufgetragen, die dann auf den Malgrund aufgedrückt und wieder abgezogen wird. Diese Malweise beruht auf die Gestaltung mit dem Zufall.

Dr. Sommer und Dr. Pech präsentieren das neue Werk; ©G.Wagner Das Werk "Arizona desert after rain" zeigt eine visionäre Wüstenlandschaft, die horizontal gestaffelt ist und fast die gesamte Bildfläche einnimmt. Nach einem Regenschauer, den der Titel suggeriert, sprießen in der unteren Bildhälfte Kakteen und Pflanzen hervor. Am gleißend gelben Himmel ist zentral ein linsenförmiges Gestirn eingetragen. Sein orangefarbener Ton akzentuiert die unwirtliche, sengende Hitze der Wüste. Im farblichen Kontrast dazu wird das Gemälde am oberen und unteren Rand durch blaue Streifen eingefasst. So betont Max Ernst die Künstlichkeit des illusionistischen Bildes. Darüber hinaus macht er damit auf das Prozessuale der Naturvorgänge, auf den Wechsel von Gewitter und Glut, von Tag und Nacht aufmerksam. Dieses Gemälde zeichnet den Dadaisten und Surrealisten Max Ernst auch als Romantiker aus.
Quelle: Max Ernst Museum, Brühl

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