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Filmtipp: "Gennadi Roshdestvensky, Beruf: Dirigent"

Gennadi Roshdestvensky, Beruf: Dirigent
Dokumentation, Frankreich 2004, ARTE F, Erstausstrahlung
Von: Bruno Monsaingeon

Der zweite Teil der Dokumentation zur Musik in der Sowjetunion zwischen 1917 und 1990 stellt den Dirigenten Gennadi Roshdestvesnky in den Mittelpunkt. Roshdestvesnky, dem es mit seinem ganz persönlichen Stil gelang, Musiker und Publikum zu begeistern, setzte sich während seiner gesamten Laufbahn für verkannte Kompositionen ein, darunter auch für Werke großer Musiker wie Sergej Prokofjew und Dimitri Schostakowitsch.

Schon am Gang eines Dirigenten lasse sich erkennen, ob dieser mit den Musikern "könne" oder "nicht könne" - diese Weisheit gab Franz Strauss seinem Sohn Richard mit auf den Weg. Gennadi Roshdestvensky gilt als dynamischer, charismatischer Dirigent, der mit seinem ganz persönlichen Stil - mal witzig, mal gnadenlos, mal bieder oder skurril - Musiker und Publikum in seinen Bann zieht. Die Musik selbst ist für ihn eine nie versiegende Quelle neuer Inspiration. Gennadi Roshdestvensky dirigierte bereits mehr als 2.000 Werke. Weltweit setzte er sich für die Würdigung und Verbreitung verkannter Kompositionen ein, darunter Werke großer Komponisten wie Sergej Prokofjew und Dimitri Schostakowitsch. Von Schostakowitsch ist der 1. Satz der 7. Sinfonie zu hören, den Gennadi Roshdestvensky mit dem Orchester der Zürcher Tonhalle probt und mit einer Meisterklasse am Moskauer Konservatorium einstudiert. Prokofjew selbst ist in einer Archivaufnahme am Klavier bei der Interpretation seines 3. Klavierkonzertes zu sehen, begleitet vom "dirigentenlosen Orchester Persimfans". Sehr verbunden fühlt sich Roshdestvensky auch mit Alfred Schnittke, nach dessen Themen er seine Orchestersuite "Tote Seelen" komponierte, sowie mit Benjamin Britten und John Taverner, deren Werke ihm so vertraut sind wie keinem anderen.

Gennadi Roshdestvensky war bereits einer der Protagonisten in "Verbotene Noten - Musikleben in der Sowjetunion", der ersten Folge des Zweiteilers von Bruno Monsaingeon. Im zweiten Teil äußert sich der Dirigent über sein Handwerk.

Neben Aufnahmen mit Gennadi Roshdestvensky sind Yehudi Menuhin bei der Probe zum 2. Violinkonzert von Béla Bartók und Mstislaw Rostropowitsch bei der Aufführung des C-Dur-Cellokonzerts von Joseph Haydn während eines Konzerts im Jahr 1973 zu sehen.

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