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Musik in der Diktatur - Konzert zu Stalins Tod in Budapest abgesagt

Konzert zu Stalin-Todestag in Budapest abgesagt: Zensur-Vorwurf

Am 5. März jährt sich der Todestag des sowjetischen Diktators Josef Stalin zum 50. Mal.

Budapest - Ein in Budapest geplantes Konzert zum 50. Todestag des sowjetischen Diktators Josef Stalin am 5. März ist kurzfristig abgesagt worden. Das teilten die Veranstalter, die Budapester Zentraleuropäische Universität (CEU), mit und warfen der Leitung der Vigado-Konzerthalle Zensur vor. Bei dem Konzert sollten Werke der russischen Komponisten Schostakowitsch, Prokofjew und Katschaturian dargeboten werden, die zum großen Teil zur Verherrlichung Stalins zu dessen Lebzeiten komponiert und deswegen im Westen lange Zeit nicht gespielt worden waren.

Die Darbietung, dirigiert von Leon Botstein, dem Musikdirektor des American Symphony Orchestra, habe keine Verherrlichung Stalins bewirken sollen, sondern eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Werken, teilte die CEU mit. Eine ähnliche Konzertreihe zum Stalin-Todestag sei Anfang März auch in der New Yorker Carnegie Hall unter der Leitung von Vladimir Aschkenasi geplant, hieß es. Ashkenazy hatte jüngst auch in der Kölner Philharmonie die Konzerte zur Musik in der Diktatur gegeben. Die Budapester CEU plant parallel eine Ausstellung, in der gezeigt werden soll, wie Ungarns Kommunisten mit Stalins politischem Erbe nach dessen Tod umgegangen sind. (dpa)

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