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Ein Weltwunder entsteht

Ein Film von Thomas Schreiber und Volker Zielke

Wie wurde die Große Pyramide von Gizeh erbaut? Und warum? Das fragen die Menschen seit über 4.000 Jahren. Kein Bauwerk hat zu mehr Spekulationen Anlass gegeben als die Cheops-Pyramide. Wie gelang es den alten Ägyptern, mit einfachsten Werkzeugen eine so verblüffende Präzision in den Abmessungen zu schaffen? Wie wurden die tonnenschweren Steine so exakt in Position gebracht? Wer waren die Arbeiter und wie lange brauchten sie für diese übermenschliche Aufgabe?

Der Film "Die Pyramide" gibt Antworten auf diese Fragen. Auf der Grundlage aktueller archäologischer Forschungsergebnisse und mit Hilfe modernster visueller Technologie nimmt er uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit: eine Reise in die Zeit der Pyramidenbauer.

Der Film erzählt die Baugeschichte aus der Sicht von Nakht, einem jungen ägyptischen Arbeiter. Er wird für den Bau der Pyramide rekrutiert und arbeitet sich vom einfachen Wasserträger zum verantwortungsvollen Aufseher hoch.

Eine Hochglanz-Coproduktion von BBC, Discovery, TBS Live Inc und NDR aufwändig gedreht, ergänzt durch modernste Computeranimation, vom selben Team, das für "Gladiator" einen Oscar bekam. Der Film "Die Pyramide" führt uns auf eine Zeitreise ins alte Ägypten und lässt uns den Bau des wohl spektakulärsten Bauwerks der Welt erstmals als Augenzeugen miterleben.

Hintergrundinformationen:

Werkzeuge
Das Werkzeug, das man zum Bau der großen Pyramide und der Artefakte verwendet hat, war erstaunlicherweise dem Werkzeug, das wir heute benutzen, sehr ähnlich. Es ist kaum zu glauben, dass die große Pyramide ausschließlich von Menschenhand gebaut wurde.

Ausgleichspflock
Dieser Ausgleichspflock wurde dazu verwendet, die Fläche, auf der die Pyramide gebaut werden sollte, vollkommen eben zu gestalten. Dazu wurden Rinnen eingezogen, Wasser wurde hineingeleitet und die Höhe glich sich an, bis überall eine gleichmäßige Fläche entstanden war. Heute hätte man zwei Pflöcke dafür benutzt.

Meißel und Holzhämmer
Meißel waren ein wichtiger Bestandteil im Wergzeugkasten eines Facharbeiters. Man benutzte sie, um Kalkstein-Blöcke aus den Steinbrüchen herauszuschlagen, indem man von oben und von den Seiten darauf schlug. Dünne Meißel wurden auch dafür verwendet, den feinen Tura-Kalkstein, der für die äußere Schicht der Pyramide benutzt wurde, zu schneiden. Die Hämmer waren aus Holz und wie Keulen geformt.

Dolomit
Der Granit, den man für den Bau der Pyramide verwendet hat, wäre zu hart gewesen, um ihn mit einem Meißel abzubauen. Stattdessen benutzten die Arbeiter hammerähnlich geformte Klumpen aus einem naturharten Material: Dolomit. Sie waren sehr schwer, etwa 7 Kilo, und wurden dazu verwendet, den Granit aus dem Stein heraus zu schlagen. Abgenutzte Schlagkeulen wurden recycelt und weiterverwendet, meistens als Rollen, um schwere Gegenstände zu transportieren.

"Eisenbahnschwellen"
Man nimmt an, dass die Arbeiter Holzschienen benutzten, um die 2,5 Tonnen schweren Blöcke zu bewegen. Diese Schienen waren vom Steinbruch zur Pyramiden-Baustelle so verlegt, dass ein Gefälle von 6 Grad entstand. Die Schienen wurden mit Schlamm eingeschmiert, sodass für die Steine eine Art Rutsche entstand. Berechnungen haben ergeben, dass vermutlich 8 Männer einen 2,5 Tonnen schweren Block auf dieser "geölten" Fläche ziehen konnten.

Dechsel
Für dieses Werkzeug gibt es keine moderne Entsprechung. Tischler benutzten eine Dechsel, um Holz zu schneiden und zu hobeln. Ein Arbeiter hieb nach unten mit einer scharfen, flachen Klinge in das Holz hinein.

Bohrer und Stichling
Die Forscher konnten mindestens zwei verschiedene Arten von Bohrern nachweisen: einen Bogenbohrer und einen von zwei Personen bedienten Bohrer. Der Bohrer für zwei Personen hatte eine Bogenschnur, die sich um einen Stab wickelte, an dem ein Bohreraufsatz aus Feuerstein befestigt war. Dieser Feuerstein wurde in die zu bearbeitende Fläche hineingedreht. Man benutzte Olivenöl, um die Löcher glatt abzuschleifen. Die Ägypter haben für die Anfangsbohrung sogar einen Stichling benutzt.

Sägen
Ziehsägen wurden häufig benutzt. Wie der Name schon vermuten lässt, konnte dieses Werkzeug nur sägen, wenn es von Arbeitern gezogen wurde. Die Sägeblätter waren aus Kupfer.

Kubit-Stäbe
Die alten Ägypter benutzten eine Maßeinteilung, die sie Kubit nannten. Ein Kubit basierte auf der Entfernung zwischen dem Ellbogen und der Spitze des Mittelfingers, das sind etwa 52,5 cm. Ein Kubit wiederum bestand aus vier Handflächen, und eine Handfläche bestand aus vier Fingern. Messungen wurden mit Stäben, die unseren heutigen Linealen sehr ähneln, durchgeführt.

Konzept für das Leben nach dem Tod
Wie kann man das Leben bis in die Ewigkeit verlängern? Das ist die Frage, mit der sich die alten Ägypter besessen beschäftigten. Sie waren weit davon entfernt, ihre Aufmerksamkeit einfach auf den Tod zu richten. Ihre Kultur war vielmehr so organisiert, dass Unsterblichkeit erlangt werden sollte.

Ob König oder bescheidener Bürger, die Trennung der ägyptischen Gesellschaft endete am Grab. Der Himmel und das Leben nach dem Tod sollten von allen geteilt werden.

Dieser Glaube war die Grundlage vieler ägyptischer Beerdigungsbräuche und führte zu spirituellen Einstellungen, die wir heute erforschen wollen. Unglücklicherweise hat die Beschäftigung mit diesem Thema bei vielen Forschern eine immense Verwirrung ausgelöst.

Schuld daran sind vor allem die unterschiedlichen Rollen, die bestimmte Gottheiten in Bezug auf das Leben, den Tod und das Leben nach dem Tode besitzen sollten. Denn diese haben sich im Laufe der Zeit stark gewandelt.

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