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SPHINX: Geheimnisse der Geschichte, Ramses - Liebling der Götter

Ein Film von Wolfram Giese, Hans-Christian Huf und Heike Schmidt

Kein Volk genoss vor drei Jahrtausenden mehr Reichtum und Ruhm als das Volk der Pharaonen unter Ramses dem Großen. Mit der Herrschaft dieses Pharaos ist nicht nur eine unermessliche Anzahl prächtiger Tempelanlagen verbunden, sondern auch die größte Schlacht Ägyptens und der erste Friedensvertrag der Welt. Im Alter von 24 Jahren übernahm Ramses die Herrschaft von seinem Vater Sethos. Sofort begann er damit, sein Überleben im Jenseits durch die Verewigung seiner Person und seiner Taten im Stein der Tempelanlagen zu sichern. Manchmal löschte er dafür sogar die Namen seiner Vorgänger aus und setzte seinen eigenen an deren Stelle. In seinen Bauten wollte er bedeutender sein als die großen Erbauer der Pyramiden und für ewig das Geschick Ägyptens bestimmen. Der Anspruch eines göttlichen Ursprunges - Ramses bedeutet "Re hat ihn gezeugt" - unterstreicht nur noch sein propagandistisches Herrscherbild, das in Beiworten wie "Sonne der Herrscher" oder "Liebling der Götter" zum Ausdruck kommt. An allen Tempelwänden tritt einzig Ramses den Göttern entgegen, denn nur der Pharao kann, nach dem göttlichen Gesetz der Wahrheit, die heiligen Riten vollziehen, und nur er allein kann den Kontakt zwischen den Menschen und den Göttern herstellen. Als Helfer dienten Ramses Tausende von Priestern im ganzen Land, allen voran der Hohe Priester des Gottes Amun, nach dem Pharao die höchste religiöse Instanz.

Unter Ramses nahm Ägypten in der damaligen Zeit eine Vormachtstellung ein, das Land blühte, der Handel prosperierte. Und dennoch erhob sich das Volk der Hethiter gegen Ramses: In der größten Schlacht der ägyptischen Geschichte, die Ramses gegen das Heer der Hethiter bei Kadesch schlug, entging der Pharao nur knapp einer Niederlage. Die Schlacht endete mit dem ersten Friedensvertrag der Weltgeschichte, den Ramses als König von Ägypten mit dem König der Hethiter schloss. Dennoch ließ Ramses diese Schlacht auf unzähligen Tempelwänden als Sieg Ägyptens abbilden und sich selbst als strahlenden Helden. Zur Unterstreichung seines militärischen Erfolges auf diplomatischer Ebene heiratete Ramses Jahre später die Tochter des Hethiterkönigs. Mehr als ein halbes Jahrhundert bestimmte Ramses die Geschichte Ägyptens. Am Ende seines fast 90jährigen Lebens wird er manchmal selbst an seine Unsterblichkeit geglaubt haben, bis er im 67. Regierungsjahr in seinem reichgeschmückten Grab im Tal der Könige bestattet wurde.

1881 wurde im thebanischen Westgebirge ein Grab entdeckt, in dem sich Särge und Grabbeigaben stapelten. Das Erstaunen war groß, als Archäologen feststellten, dass in einfachen Holzsärgen die großen Pharaonen des Neuen Reiches vereint waren, unter ihnen auch Ramses der Große. Was hatte es zu bedeuten, dass die Mumien der mächtigsten Pharaonen, deren Gräber alle im Tal der Könige angelegt wurden, gemeinsam in diesem versteckten Grab aufgebahrt waren? Warum lagen sie in einfachen Holzsärgen? Und vor allem, wer hatte sie all ihrer Grabbeilagen und ihres Schmucks beraubt? SPHINX geht diesen Fragen auf die Spur. In nachgestellten Szenen wird das Leben im Alten Ägypten lebendig. An den Originalschauplätzen erleben wir Ramses den Großen in seinen verschiedenen Lebensaltern: Der 12jährige Junge erahnt die Macht und Gewalt, die er einst haben wird. Der 30jährige Mann zieht in seine große Schlacht, und der 70jährige Herrscher sinnt nach über die Unsterblichkeit. In Prozessionen und bei Krönungsfeierlichkeiten erwachen die gigantischen Tempel Ägyptens zum Leben.

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