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Schätze der Welt, Erbe der Menschheit - Memphis, Ägypten Weltwunder Pyramiden

Ein Film von Ralph Ströhle

Gegenüber der Millionenstadt Kairo erheben sich die berühmtesten Pyramiden der Welt (insgesamt neun), darunter die herausragenden Cheops-, Chefren-, und Mykerionos Pyramiden, die Grabstätten der gleichnamigen Pharaonen.

Als Ägypten um 2.900 v. Christus zu einem Großreich vereinigt wurde, wählten die Pharaonen das im südlichen Nildelta gelegene Memphis als Hauptstadt. Die Epoche der Pyramidenbauten, die im Alten Reich einsetzte, fand ihren Höhepunkt schließlich in den großen Pyramiden von Giseh, der Stadt der Toten,heute ein Vorort Kairos.

Dreihundert Jahre vor dem Bau der ersten großen Pyramide war in Sakkara die erste Nekropole entstanden und hier hatte der geniale Baumeister Imhotep die erste Pyramide entworfen. Die traditionellen Gräber der Ägypter waren die sogenannten 'Mastabas', rechteckige Gebäude aus Lehm, mit Flachdach und mehreren Räumen. Übereinandergesetzt, entstand eine 69 m hohe Stufenpyramide.

Beim Anblick dieser faszinierenden Monumente stellt sich der Besucher immer wieder die gleiche Frage: wie war es möglich, die riesigen Steinquader mit den Hilfsmitteln der damaligen Zeit auf solche Höhen zu bewegen? Alleine für die 146 m hohe Cheops-Pyramide, deren Seiten jeweils eine Fläche von 20.000 Quadratmetern aufweisen, verbauten die Arbeiter 2,3 Millionen Quader, die bis zu drei Tonnen schwer waren. Auch die Wissenschaft rätselt- und streitet bis heute, welche der aufgestellten Thesen über die Bauweise der Ägypter richtig ist. Fest steht lediglich, dass man sich zum Transport der Steinblöcke bereits Hebelwirkung und die schiefe Ebene zunutze machte.

Mehr als tausend Jahre später erlebte Ägypten mit den Ramses-Pharaonen noch einmal eine große Zeit, auch wenn Memphis schließlich seine Bedeutung verlor.

Dann kamen die Griechen als neue Herrscher und priesen die Pyramiden als eines der sieben Weltwunder. Heute, über 2.500 Jahre später, existiert von den sieben Weltwundern nur noch eines - die Pyramiden! Und sie werden die Zeiten überdauern...

Sie liessen sich jenseits des Nils Blöcke aus hellem und dunklem Kalksandstein aus den Felsen brechen... und nahmen sogar eine tagelange Reise in die Steinbrüche des Südens - nach Assuan auf sich, um dort Platten und Säulen aus dem kostbaren Rosengranit auszuwählen. Die schwere Last wurde auf Schiffe verladen und dann machten sie sich wieder auf den Heimweg - begleitet von Arbeitern und Steinmetzen - die, wie sie bereit waren, dem Pharao zu dienen. Sieben Tage und Nächte dauerte die Reise auf dem Nil - inzwischen glitten die Boote auf einem von Menschenhand geschaffenen Kanal auf Giseh - die Totenstadt - und Nekropole von Memphis zu. Da sahen sie mit ungläubigem Staunen ein gigantisches Monument aus der Wüste auftauchen - und auch wenn sie zuvor schon von der legendären Pyramide des Königs Cheops gehört hatten, so konnte doch keiner von ihnen ihre Dimensionen auch nur erahnen oder begreifen. Jede Seite maß 230 Meter......und auf einer Höhe von 146 Metern türmten sich über 2,5 Millionen Steine zum beeindruckendsten Bauwerk ihrer Zeit. Die bis zu 15 Tonnen schweren Sandsteine waren so dicht aneinandergefügt, dass kein Blatt 'Papyrus' mehr zwischen die Fugen zu passen schien. Neben diesem Grabmal stand eine weitere - mit einer Höhe von 143 Metern etwas kleinere Pyramide - die dem Sohne Cheops, Chephren - geweiht war.

Als ob die gottgleiche Bedeutung der ägyptischen Herrscher dadurch noch immer nicht ausreichend symbolisiert wurde, thronte vor den Pyramiden eine steinerne Wächterin - halb Mensch, halb Tier - die rätselhafte Sphinx.Ergriffen warfen sich die Männer aus Assuan ihr zu Füßen.

'Die Größe der Pharaonen ist unvergleichlich', hörten sie einen der Vorarbeiter sagen - 'Auch wenn sie schwer auf unseren Schultern lastet' !Klaglos fügten sich die Neuankömmlinge ein - in die Reihen der tausenden von Arbeitern und Steinmetzen, die auf dem Plateau von Giseh eine dritte Pyramide bauen sollten - für Mykerinos, den Sohn des Chephren und Enkel des Cheops.Untergebracht waren sie in einfachen Behausungen - ganz in der Nähe der Pyramiden. Vom Leben, der nur wenige Kilometer entfernten Metropole Memphis erfuhren sie kaum etwas. Block für Block schafften sie Tag für Tag die Steine heran. Im Wettstreit mit anderen Gruppen von Arbeitern, die sich selbst so bezeichnende Namen wie, 'Die Siegreichen', oder 'Die Aufrechten' gegeben hatten.'Wie ist der König doch betrunken' flüstert ein Arbeiter dem nächsten zu und meinte den Pharao, der in seinem Palast nächtelang feierte. Ein Orakel hatte ihm geweissagt, dass er nur noch sechs Jahre zu leben hatte, und er glaubte diese Zeit verdoppeln zu können, indem er jede Nacht zum 'Tag' machte. Mykerinos Grabmal sollte mit einer Höhe von 65 Metern die kleinste der Pyramiden von Giseh werden... aber auch hier entstand nicht einfach nur eine Pyramide, sondern - wie schon bei der Anlage des Chephren und des Cheops - ein ganzer Pyramidenkomplex, ausgehend von einem Taltempel. Bei der Chephrenpyramide beindruckt dieser Tempel durch seine monumentale Schlichtheit: Eine schmucklose Säulenhalle aus massivem Rosengranit. Von hier aus führt ein breiter Weg, auf dem bei der Beerdigungsprozession die Mumie des Königs zur Pyramide gebracht wurde.Ich habe den Menschen kein Unrecht getan!

Wie beim jüngsten Gericht mußte dieses Bekenntnis abgelegt werden, bevor der Pharao eintreten konnte in die 'Gefilde der Seligen' - ins Jenseits !'Leben um zu sterben'.

Der Glaube an ein besseres Leben nach dem Tode, wies den Todenstädten eine weit höhere Bedeutung zu, als jeder 'Stadt der Lebenden'. Dreihundert Jahre zuvor, war in Sakkara die erste 'Nekropole' von Memphis entstanden und hier hatte ein genialer Baumeister mit Namen Imhotep auch die erste Pyramide entworfen.

Die traditionellen Gräber der Ägypter waren sogenannte 'Mastabas' - rechteckige Gebäude aus Lehmziegeln, mit einem Flachdach und mehreren Räumen.Imhotep setzte jetzt eine dieser 'Mastabas' auf die andere und es entstand eine sechsstufige 'Himmelsleiter'. Die 69 Meter hohe Stufenpyramide, an der Basis 119 mal 141 Meter, war umgeben von Mauern und Tempeln, bei deren Ausgestaltung sich Imhotep erneut als ein ungewöhnlich phantasievoller Baumeister erwies. So wirken die Säulen im Eingangstempel wie hochaufgeschossene Pflanzen, die tief im Boden verwurzelt scheinen. Dreizehn falsche Türen in den Umfassungsmauern sollten - in dieser Welt nuzlos - sich dem Pharao in der nächsten öffnen - auf seinem Weg in die Unsterblichkeit.Tausend Jahre später - im Jahre 1490 vor Christus taucht - in einer sternenklaren Nacht - eine Gruppe von Grabräubern vor den Pyramiden auf.

Inzwischen war das Alte Reich vergangen - ein Neues Reich entstanden, und 'Cheops', 'Chephren' und 'Mykerinos' erschienen nur noch als Namen ferner Könige. Angelockt von den Legenden über die sagenhaften Grabschätze der Pharaonen, beginnen sich die Grabräuber einen Weg in die Pyramidenwand zu brechen. Sie finden einen Tunnel, in dem schon andere - vor ihnen - die schweren Steine weggeräumt hatten. Sie stoßen auf einen Gang, der sie tief in das Innere führt - so eng und niedrig, dass sie nur noch kriechend vorwärts kommen. Erschöpft wollen sie schon wieder umkehren, da öffnet er sich zu einem fast quadratischen Durchgang und nach wenigen Metern, weit - nach oben in eine pyramidenförmige Kammer. Ein leichter Geruch von Zedernholz und aromatischen Ölen erfüllt den Raum.......aber die Kammer ist leer. Enttäuscht machen sie sich auf den Rückweg und stehen plötzlich in einer atemberaubenden Galerie. Achteinhalb Meter hoch, mit einem nach innen verschoben Kraggewölbe, kann dies, muss dies der Zugang zur sagenhaften Schatzkammer sein. Erneut überwinden sie einen Durchgang und stehen dann in einer ganz mit Rosengranit ausgekleideten Kammer - nur um festzustellen, dass ihnen auch hier scheinbar schon jemand zuvorgekommen ist. Ist diese Geschichte wahr? Niemand weiß es... und keiner wird je wissen, was alles auf dem Plateau von Giseh geschah.

Aber ein Traum aus dieser Zeit, der ist verbürgt. Die Sphinx, inzwischen vom ewig wandernden Sand begraben, erscheint einem jungen ägyptischen Prinzen und weissagt ihm, dass er König werde, wenn er sie vom Sand befreie. Er lässt sie ausgraben und geht als Pharao Thutmosis IV in die Geschichte ein. Der Traum, in eine Stele gemeiselt, wird zwischen die Pranken der Sphinx gestellt. Jahrhunderte vergehen und noch einmal erlebt Ägypten mit den Ramsespharaonen eine große Zeit, auch wenn Memphis inzwischen seine Bedeutung, als wichtigste Stadt Ägyptens, an Theben verloren hat. Dann kommt die Herrschaft der Fremden. Die Griechen regieren in Ägypten und preisen die Pyramiden als eines der sieben Weltwunder! Heute, über zweitausendfünfhundert Jahre später, existiert von den sieben Weltwundern nur noch eines - die Pyramiden. Während Memphis - einst strahlende Stadt der Lebenden - schon vollständig im Nilschlamm versunken ist, hat sich Giseh - als Stadt der Toten - zu einer der bedeutendsten Touristenattraktionen dieser Welt entwickelt. Und jeder, der vor den Pyramiden steht, scheint auf der Suche zu sein, nach dem perfekten Bild.

Und die Pyramide als Hintergrund arabischen Lebens.Jedes Bild ein 'Traum', auch wenn die letzten Jahrtausende am Pyramidenbezirk nicht spurlos vorübergegangen sind.

Immer wieder wurden die Pyramiden als Steinbruch missbraucht - die glatten Steine der Oberfläche abgeschlagen - um damit Häuser in Kairo zu bauen. Die Millionenstadt ist den Monumenten gefährlich nahe gerückt. Der Smog wird oft dicht, dass einem die Pyramiden wie startbereite ausserirdische Raumschiffe erscheinen können. Das Plataeu von Giseh als ein Werk ausserirdischer Intelligenz? Keine, auch noch so absurde Idee über Herkunft und Bau dieser Steinmonumente scheint aberwitzig genug, als dass sie nicht schon einmal gedacht und in Visionen oder Modelle umgesetzt wurde. Sind die schweren Steinquader vielleicht über eine Rampe bis zur Spitze der Pyramide gezogen worden? Nur, wäre diese Rampe dann nicht unglaubliche 20 km lang gewesen. Ist deshalb das andere Modell plausibler, nach dem sich die Rampe spiralförmig um die Pyramide gezogen

Es gibt auf diese Fragen keine wirklich eindeutige Antworten. Als in Sakkara, in der Pyramide des König Unas, und in weiteren Gräbern die sogenannten Pyramidentexte endeckt wurden, erhofften sich die Ägypthologen Aufklärung. Die Schrift der Pharaonen - die Hieroglyphen konnten ja inzwischen entziffert werden. Doch in den Pyramidentexten finden sich keine detaillierten Angaben zum Bau sondern eher zu Ritualen - es ist eine Art Gebrauchsanweisung für die Reise ins Jensseits.

Nimm deinen Kopf -, sammle deinen Knochen - , schüttel den Staub von deinem Fleisch und mach dich auf den Weg in die Unendlichkeit!

Das Zeichen der Sonnenbarke... und das Zeichen des Sonnengottes Re...

Es bleiben viele Rätsel, die auch die kommenden Jahr-hunderte sicher noch überdauern werden. In Arabien sind die Uhren schon immer anders gegangen... Während wir erst das dritte Jahrtausend erreicht haben, sehen sich die Ägypter bereits im siebten und provozierend stellen sie die Frage: Gibt es irgendwo ein perfekteres Symbol der Ewigkeit ? Die Antwort gibt das arabische Sprichwort:

Die Angst der Welt, das ist die Zeit.
Der Zeiten Angst, das sind die Pyramiden

Hintergrundwissen zu den Pyramiden:

Kulturdenkmal: Die Pyramiden von Giseh u.a. mit Cheops-Pyramide, Chephren-Pyramide, Großer Sphinx
UNESCO-Ernennung: 1979

2670-2600
v. Chr. während der 3. Dynastie Pyramiden von Sakkara

2600-2475
v. Chr. während der 4. Dynastie Pyramiden von Giseh

2475-2345
v. Chr. während der 5. Dynastie Pyramiden von Abusir

1994-1781
v. Chr. während der 12. Dynastie Pyramiden von Dahschur

379-396
unter Kaiser Theodosius Zerstörung der Tempel von Memphis

1881
Öffnung der in Sakkara gelegenen Pyramide des Königs Unas

1902-07
Freilegung des Pyramidentempels Königs Sahure von Abusir

1912
Freilegung der Alabastersphinx von Memphis

1975
in Sakkara Grab des Haremhab, des Mitregenten Tut-anch-Amuns, entdeckt

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