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Mitternachtsspitzen
Midnight Lace

115 Min.

Regie: David Miller
Drehbuch:
Musik:
Kamera:
USA ,1960


Rolle:

Darsteller:

Kit Preston

Doris Day

Tony Preston

Rex Harrison

Brian Younger

John Gavin

Tante Bea

Myrna Loy

Malcolm

Roddy McDowall

Inspektor

John Williams


Der packende Thriller im Stil Alfred Hitchcocks gehört zu den besten Kriminalfilmen der angelsächsischen Schule und war auch für Doris Day, die 'ewige Jungfrau' der "Bettgeflüster"-Komödien, ein großer persönlicher Erfolg, obwohl sie bei diesem Ausflug ins Thriller-Genre die für sie ungewohnte Rolle einer völlig hilflosen Frau spielte.

Kit Preston, die junge Frau eines Londoner Bankiers, wird von einem mysteriösen Telefonanrufer bedroht. Der Unbekannte kündigt ihr an, er werde sie umbringen. Weder ihrem Mann noch Scotland Yard gelingt es, auch nur das geringste Motiv für den angedrohten Mord zu entdecken.

Auf dem Heimweg durch dichten Londoner Nebel hört Kit Preston, die reiche amerikanische Frau eines englischen Bankiers, die Stimme eines Unbekannten. Zunächst verspottet er sie höhnisch, dann droht er, sie zu töten. Schreckensbleich kommt Kit in ihre Wohnung. Dort versucht ihr Mann Tony, sie zu beruhigen; in seinen Augen ist die mysteriöse Angelegenheit nur ein dummer Scherz. Am nächsten Tag wird Kit an einer Baustelle ums Haar von einem herabstürzenden Eisenträger erschlagen. Für sie steht daraufhin fest, daß sie wirklich in großer Gefahr ist, zumal der Unbekannte mit der unheimlichen Stimme sich kurz darauf telefonisch bei ihr meldet.

Als Vorfilm zum Doris-Day-Krimi präsentiert der WDR einen besonderen Leckerbissen: das Kuriosum eines Spielfilm-Trailers, in dem der Star höchstpersönlich als sein eigenes Mannequin posiert und neun der insgesamt 17 (!) Kostüme vorführt, die ihr für den Film auf den Leib geschneidert wurden.

Es sind Modeschöpfungen der berühmten Kostümdesignerin Irene: vom schlichten Mantel eines Stadt-Complets über elegante Kostüme bis hin zum kostbaren Abendkleid, fließenden Nachtgewand, praktischen Morgenmantel und spitzenbesetzten Hausanzug.

Doris Day, geborene Kappelhoff, hatte zunächst von einer Karriere als Tänzerin geträumt, doch ein Autounfall mit 15 Jahren beendete den Traum vorzeitig. Das ehrgeizige Multitalent wandte sich sofort einer neuen Karriere zu, stieg rasch zur Solistin in renommierten Bands und zum Rundfunkstar auf. 1948 kam sie nach Hollywood und eroberte die Filmmetropole im Nu. Schon in den frühen 50er Jahren gehörte sie zu den meistbezahlten Darstellern, spielte u. a. 1956 unter der Regie von Alfred Hitchcock in "Der Mann, der zuviel wußte". Zu absoluten Kassenschlagern aber wurden ihre Komödien aus den späten 50ern und den 60er Jahren. "Bettgeflüster", "Ein Hauch von Nerz", "Ein Pyjama für zwei" oder "Was diese Frau so alles treibt" hießen ihre Leinwandtriumphe. 1968 verabschiedete sie sich mit der typischen Doris-Day-Komödie "Der Mann in Mamis Bett" von der Leinwand. Sie hatte rechtzeitig erkannt, daß die Zeit der harmlosen Komödie à la "Bettgeflüster" vorbei und ihr Rollentypus zur Stereotype erstarrt war.

Irene, mit bürgerlichem Namen Irene Gibbons, die 1901 in Montana geboren wurde und 1962 verstarb, entwarf seit 1938 in Hollywood für alle großen Stars die Garderobe und suchte dabei immer die Erwartung des Zuschauers zu befriedigen, "seinen Lieblingsstar geschmackvoll gekleidet in einem gepflegten Milieu zu sehen", wobei Irene stets "die Harmonie dem Kontrast vorzuziehen" wußte. Für ihre Arbeit an "Mitternachtsspitzen" erhielt Irene 1960 eine "Oscar"-Nominierung. Viel Spaß also bei ihrem Auftritt im Mode-Trailer "Höchste Eleganz in Mitternachtsspitzen" - einer vergnüglichen Orgie in schwelgerischer Haute-Couture-Lyrik.

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