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Bonnie und Clyde
Bonnie and Clyde

106 Min.

Regie: Arthur Penn
Drehbuch:
Musik:
Kamera:
USA, 1967


 

Rolle:

Darsteller:

 

Clyde Barrow

Warren Beatty

Bonnie Parker

Faye Dunaway

Buck Barrow

Gene Hackman

C. W. Moss

Michael J. Pollard

Blanche

Estelle Parsons

Eugene Grizzard

Gene Wilder


Ein Gangster-Pärchen revoltiert in den 30er Jahren gegen eine erstarrte Umgebung, zieht in grenzenlosem Übermut von einem Banküberfall zum nächsten und gerät unausweichlich in einen Strudel der Gewalt. - Arthur Penns stilsicher inszenierter Klassiker des "New Hollywood", mit Warren Beatty, Faye Dunaway und Gene Hackman in den Hauptrollen, besticht durch die Balance zwischen spielerischer Leichtigkeit und dramatischer Zuspitzung.

Texas 1931: Während der großen Depression lernt der junge Gelegenheitsdieb Clyde Barrow in einer Kleinstadt die hübsche Kellnerin Bonnie Parker kennen. Bonnie ist von Clydes draufgängerischem Wesen sofort beeindruckt, umso mehr, als Clyde spontan einen Laden überfällt, nur um der jungen Frau zu imponieren. Um dem langweiligen Leben zu entfliehen, brennt Bonnie mit ihm durch. Die beiden haben nichts als ihr Vergnügen im Sinn und leben ohne Rücksicht auf die Konsequenzen ihres Tuns. Sie fahren in gestohlenen Autos, überfallen nach Lust und Laune Banken - und kommen dabei zunächst wie durch ein Wunder immer ungeschoren davon, was ihnen sogar einen gewissen Ruhm und die Anerkennung der armen Farmer verschafft. Bald schließen sich ihnen der Mechaniker C.W. Moss, Clydes Bruder Buck und dessen hysterische Frau Blanche an. Gemeinsam setzen sie die Raubzüge fort, die allerdings immer blutiger werden. Texas Ranger Frank Hamer, der von der Gang lächerlich gemacht wurde, setzt alles daran, die Flüchtigen unschädlich zu machen. Bei einer Schießerei wird zunächst Buck getötet und Blanche verhaftet. Als Bonnie und Clyde gemeinsam mit Moss auf dessen Farm Unterschlupf suchen, geraten sie durch Verrat in einen tödlichen Hinterhalt.

"Bonnie und Clyde" von Arthur Penn ("Little Big Man", "Alice's Restaurant") gilt neben "Easy Rider" als der Film, mit dem die Ära des "New Hollywood" begann. Warren Beatty ("Shampoo", "Bugsy"), der charismatische Darsteller des Clyde, überzeugte als Produzent Hollywood-Boss Jack Warner vom Potenzial der Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit aus den 30er Jahren beruht. Erst als die Regisseure der damals in den USA populären französischen "Nouvelle Vague", François Truffaut und Jean-Luc Godard, das Projekt absagten, übernahm Arthur Penn die Regie und entpuppte sich als ebenbürtiger Meister, der mit einer Fülle formaler Einfälle (Zeitraffer, Zeitlupe, unkonventionellen Schnitten und extremen Zooms) und Zitaten dem Film seine spielerische Leichtigkeit gab. Reagierten Publikum und Kritik zunächst noch verunsichert auf die ungewöhnliche Mischung von stimmungsvoller Ballade, Komödie, gewalttätiger Aktion und tragischem Finale, so entwickelte sich "Bonnie und Clyde" schnell zu einem enormen Kassenschlager. Besonders das junge Publikum, das sich mehrheitlich im Protest gegen den Vietnam-Krieg und eine konservative Strömung in Politik und Gesellschaft befand, fühlte sich von der Outsider-Story und der emotionalen Konfusion seiner Helden unwiderstehlich angezogen. Das Resultat war ein regelrechter Retro-Kult, der sich bis in die Mode dieser Zeit niederschlug. Faye Dunaway ("Chinatown"), Gene Hackman ("Der Dialog") und Gene Wilder ebnete der Erfolg von "Bonnie und Clyde" den Weg für ihre Karrieren. Der Film wurde 1967 in acht Kategorien für einen Oscar nominiert und erhielt die begehrte Auszeichnung für die Beste Nebendarstellerin (Estelle Parsons) sowie für die Beste Kamera (Burnett Guffey). Als nächsten Film der Reihe "Hollywood im Aufbruch" zeigt 3sat am Freitag, 20. Februar, 22.30 Uhr, "Bill McKay - der Kandidat".

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