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M - Eine Stadt sucht einen Mörder

105 Min.

Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang nach einem Zeitungsartikel von Egon Jacobson
Musik: Motiv aus "Peer Gynt" von Edvard Grieg, gepfiffen von Fritz Lang
Kamera: Fritz Arno Wagner, Karl Vash
Deutschland 1931 / restauriert in 2000


Rolle:

Darsteller:

Hans Beckert, der Mörder

Peter Lorre

Mutter Beckmann

Ellen Widmann

Elsie Beckmann

Inge Landgut

Kriminalkommissar Lohmann

Otto Wernicke

Schränker

Gustaf Gründgens

Bauernfänger

Theo Lingen

Kriminalkommissar Gröber

Theodor Loos

Blinder Straßenhändler

Georg John

Polizeipräsident

Ernst Stahl-Nachbaur

Taschendieb

Paul Kemp

Einbrecher

Friedrich Gnaß

Falschspieler

Fritz Odemar

Minister

Franz Stein

Verteidiger

Rolf Blümner

Wächter

Karl Platen

Kriminalsekretär

Gerhard Bienert

Wirtin

Rosa Valetti

Hure

Hertha von Walther


"Berlin um 1930. Ein unbekannter Lustmörder missbraucht kleine Mädchen und tötet sie. Sein letztes Opfer ist Elsie Beckmann. Die Bevölkerung ist beunruhigt, die Polizei ist ratlos - zu sehr ist der pathologische Täter vom Zufall der Umstände zu seinen Taten getrieben. Doch da bekommt er einen anderen, gefährlicheren Feind als die Polizei: die organisierte Verbrecherwelt, die sich durch die intensive Fahndungsarbeit der Polizei belästigt fühlt und nun ihrerseits Jagd auf "M" macht. Ein blinder Straßenhändler erkennt durch eine charakteristische Melodie den Mörder wieder, alarmiert die Ganoven, die, angeführt vom Schränker, ihn in einem großen Verwaltungsgebäude stellen. Sie machen ihm regelrecht den Prozess. "M" versucht, sich durch seinen schizophrenen Zustand zu rechtfertigen. Vor dem Urteilsspruch erscheint die Polizei und verhindert die Vollstreckung des geforderten Todesurteils - der Mörder wird vor ein ordentliches Gericht gestellt werden." Rudolf Freund: "M", in: Günther Dahlke, Günter Karl (Hrsg.): "Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933", Berlin: Henschel, 1993, S.254.

"Mit seinem ersten Tonfilm "M", der häufig auch zusammen mit dem früheren Arbeitstitel "Mörder unter uns" oder dem späteren Verleihtitel "Eine Stadt sucht einen Mörder" genannt wird, schuf Fritz Lang einen legendären Tonfilm-Klassiker, der als einer seiner besten Filme gilt. Der Kinemathekverbund führt "M" in seiner TOP 100 sogar an erster Stelle aller zwischen 1895 und 1998 entstandener deutscher Filme. Die herausragende filmhistorische Bedeutung, die "M" zu recht genießt, ließe sich allein schon anhand der ästhetischen Gestaltung dieses Films aufweisen. Die von Fritz Lang an dem für ihn völlig neuen Medium Tonfilm durchgeführten Experimente gelten heute wie damals als "Beispiel für eine vorbildliche Bewältigung des Mediums Ton". Die konzeptuelle Idee dieses Films war durch aktuelle Zeitungsmeldungen entstanden, die über die Fälle der Serienmörder Haarmann und Kürten berichteten. Dem zeitgenössischen Trend zur "Neuen Sachlichkeit" folgend, wollte Lang einen Film realisieren, der rein auf Tatsachenberichten aufbauen sollte. Im Rahmen der dazu nötigen Recherche informierte er sich bei der Kriminalpolizei über Fahndungsmethoden, bei Psychiatern und Psychologen über die Mentalität von Triebtätern. Als Ergebnis entstand mit "M" ein hoch sensibles filmisches Zeitbild, dessen stark realistische Strategien ein durchaus ambivalentes Bild der Gesellschaft und der in ihr virulenten Strömungen zeichnen. ";M' balanciert zudem geschickt zwischen Plädoyer und Analyse, er billigt dem Mörder menschliche Gefühle zu und vergisst nicht die Opfer, beurteilt selbst die Verfolger und Richter, den Kommissar Lohmann und die Leitfigur der Ganoven, den aalglatten "Schränker" nicht nur ehrfürchtig oder fasziniert, sondern auch spöttisch oder skeptisch. Der Film versucht gleichsam, und diese Anstrengung ist nicht gering, allen Figuren gerecht zu werden und von allen einen kritischen Mindestabstand zu halten." (Thomas Koebner)

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