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Die Teuflischen
Les diaboliques

111 Min.

Regie: Henri-Georges Clouzot
Drehbuch: Henri-Georges Clouzot nach dem Buch von Boileau und Nercejac
Musik: Georges van Parys
Kamera: Armans Thirard
Frankreich ,1954


Rolle:

Darsteller:

 

Nicole

Simone Signoret

Christina Delasalle

Vera Clouzot

Michel Delasalle

Paul Meurisse

Inspektor

Charles Vanel

Raymond

Michel Serrault

Drain

Pierre Larquey

Platineau

Jean Brochard

Herboux

Noel Roquevert

Dr. Loisy

Georges Chamarat

Moinet

Yves-Marie Maurin


Michel Delasalle (Paul Meurisse) ist Direktor eines strengen Internats in Saint-Cloud in der Nähe von Nirot. Er ist ein widerlicher und sadistischer Kerl, der seine Frau Christina (Vera Cluozot) tyrannisiert - und dies obwohl sie ein Herzleiden hat. Vor ihren Augen hält er sich eine der Lehrerinnen, Nicole (Simone Signoret), als Mätresse.

Als Christina die grausame Behandlung ihres Mannes nicht mehr länger ertragen kann, schließt sie mit Nicole einen teuflischen Pakt: die beiden beschließen, einen perfekten Mord an Michel zu verüben.

Die beiden Frauen kommen sich in ihrem gemeinsamen Leid näher und werden Freundinnen. Sie beschließen, Michel zu töten. Christina lockt ihren Mann nach Niort in Nicoles Wohnung, bringt ihn dazu, von einem Schlafmittel zu trinken und hilft Nicole dabei, ihn in der Badewanne zu ersäufen. Dann bringen die beiden Frauen die Leiche zurück nach Saint Cloud und versenken sie im dortigen Schwimmbecken. Aber die Leiche verschwindet spurlos, der Anzug des Toten wird Christina gereinigt zugeschickt, jemand mietet in seinem Namen ein Hotelzimmer, ein Schüler behauptet, ihn höchst lebendig gesehen zu haben.

Von nun an geschehen einige recht merkwürdige Dinge im Internat, die fast alle den Anschein erwecken, als sei Michel noch am Leben. Als schließlich das Schwimmbecken gelehrt wird, ist der Tote verschwunden...

Mit "Die Teuflischen", entstanden nach Motiven des Romans "Tote sollten schweigen" des Autorenteams Boileau/Narcejac, schuf der französische Regisseur Henri-Georges Clouzot 1954 ein Meisterwerk des Psychothrillers. Obwohl Clouzot und sein Autor Jérome Géronimi die Vorlage stark veränderten, waren die beiden Schriftsteller "keineswegs erbost, sondern bedankten sich bei Clouzot, da er es verstanden habe, die Elemente ihres Romans weiterzuentwickeln, zu vertiefen und kraftvoll zu illustrieren" (Alain Charlot in "Die hundert besten Kriminalfilme"). Nicht nur Boileau/Narcejac waren begeistert, auch die Kritiker und Zuschauer. "Bis zum schockierenden Schluss bleibt dieser genial inszenierte und hervorragend gespielte Schwarzweißfilm hintergründig, packend und absolut präzis, ohne je zu den oberflächlichen Spannungsmitteln heutiger Krimis greifen zu müssen. Gerade aus seiner Gemächlichkeit und Detailfreudigkeit resultiert eine delirierende Beklemmung" (Lexikon des Internationalen Films). "Reclams Filmführer" meint: "Die Story ist von raffinierter Konsequenz. Es gibt keine Abschweifungen; mit der Exaktheit eines Uhrwerks greifen die Szenen ineinander. Perfekt wie das Drehbuch ist auch die optische Gestaltung. Sie überzeugt durch eine Ökonomie, die keine Längen, keine Leere, keinen überdrehten Gag erlaubt, die aber für jeden Schock eine Atempause gönnt "

Véra Clouzot ist übrigens die Ehefrau des Regisseurs, sie spielte lediglich in drei Filmen ihres Mannes (außerdem in: "Lohn der Angst" - 1952 und "Spione am Werk" - 1957) und schrieb am Drehbuch zu "Die Wahrheit" (1960) mit. Sie starb 1960 wahrscheinlich an einem Herzinfarkt. Das 1996 entstandene amerikanische Remake von "Die Teuflischen" von Jeremiah Chechik lief bei uns unter dem Titel "Diabolisch". Trotz guter Besetzung (mit Sharon Stone, Isabelle Adjani, Chazz Palmintieri und Kathy Bates) kann es nur stellenweise mit dem Original mithalten.

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