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Björk

Music Planet 2Nite - Björk And Matmos Meet Radio Boy

Released 2002
Directed by ...

Dokumentation von ..., arte, Deutschland 2002,

Für "Music Planet 2Nite" hat sich Gastgeber Ray Cokes an diesem Abend einen ganz besonderen Gast eingeladen: Björk. Begleitet wird sie von Matmos, Sound-Spezialisten aus Kalifornien, die sie bereits auf ihrer letzten Tour zu ihrem aktuellen Album "Vespertine" erfolgreich geräuschkräftig unterstützten. Doch das ist nicht alles, denn Björk bringt noch einen weiteren Gast mit: Matthew Herbert alias Radio Boy, der Star der elektronischen Musikszene. Beide haben schon gemeinsam gearbeitet, sind aber noch nie gemeinsam live in Erscheinung getreten. Eine Premiere für ARTE aus Europas ältestem Club, dem "Grünspan" in Hamburg.

Björk Gudmundsdottir wurde 1965 in Reykjavík geboren. Bereits im zarten Alter von fünf Jahren entdeckte sie ihre Liebe zur Musik, lernte Querflöte und Klavier und widmete sich dem Gesang. Ihr erstes Album veröffentlichte sie 1977 unter dem schlichten Titel "Björk". Zusammen mit Musikfreunden ihrer Mutter hatte sie für dieses Album isländische Folklore und Cover-Versionen der Beatles und Stevie Wonder, aber auch eine eigene Komposition aufgenommen. Das Album machte sie in Island zum Kinderstar und markierte den ersten Meilenstein ihrer bemerkenswerten Karriere. Als Teenagerin machte sie Station in verschiedenen Punkbands. Der internationale Durchbruch gelang ihr 1988 als Sängerin der isländischen Band "The Sugarcubes", die erste Rockband, die über die Grenzen Islands hinaus bekannt wurde. Deren ersten Single "Birthday" und das erste Album "Life's Too Good" (1988) wurden bei Kritikern und Publikum gleichermaßen ein Renner. Nach der Auflösung der "Sugarcubes" widmete sie sich ihrer Solokarriere und avancierte 1993 mit ihrem ersten Soloalbum "Debut" zum schillernden Paradiesvogel der Dance Music-Szene. Eindrucksvoll arrangierte sie ihren eigenwilligen Gesang mit Streicherarrangements, und mit Songs wie "Human Behaviour" und "Violently Happy" wurde sie weltweit populär. Ihr ausgefallener Kleidungsstil und ihre exotisch anmutenden Auftritte verschafften ihr das Image einer bizarren Exzentrikerin. Bald war sie auch auf Modenschauen ein gefragter Star. Der Erfolg ihrer Alben "Post" (1995) und "Telegram" (1996) ließen sie in der Musikwelt zu einer gefeierten, festen Größe werden. 1996 bekam sie auch die Schattenseiten ihres Ruhmes zu spüren. Fortan zog sie sich mehr und mehr von der Öffentlichkeit zurück. Mit ihrem selbst produzierten, experimentell anmutenden Album "Homogenic" meldete sie sich 1997 erfolgreich zurück. Im Jahre 2000 machte sie in dem Melodrama "Dancer in the Dark" des dänischen Regiestars Lars von Trier als Hauptdarstellerin Furore. An der Seite von Cathérine Deneuve wurde sie für ihre schauspielerischen Leistungen preisgekrönt und als Höhepunkt auf den Filmfestspielen in Cannes mit dem europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Mit "Selma Songs" hatte sie auch die Musik zu dem eigenwilligen Filmwerk "beigesteuert". Nach ihrem fulminanten Ausflug in die Schauspielerei widmete sie sich wieder ganz der Musik und veröffentlichte 2001 mit "Vespertine" ein Album, das mit dem Laptop entstand. Einmal mehr stellte sie ihr Gespür für Trends und Sounds unter Beweis. "Ich liebe es mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten", hatte sie einmal gesagt, was sie eindrucksvoll dokumentierte. Sie kooperierte mit Musikern der neuesten Computeravantgarde, wie dem Duo Matmos und Matthew Herbert, setzte neben ihrer kraftvollen Stimme Naturgeräusche, wie das Stapfen im Schnee, und auch Alltagsgeräusche, wie das Klappern von Besteck, ein. Auf ihrer weltweit ausverkauften Tour ließ sie sich von den Soundspezialisten Matmos, Orchestern, einer Harfenistin und einem 14-köpfigen Inuit-Chor aus Grönland begleiten. Als Veranstaltungsorte hatte sie sich bevorzugt Opernhäuser und Kirchen ausgesucht. Für Music Planet 2Nite hat Björk wieder eigens eine Harfenistin und auch die Soundspezialisten Matmos mitgebracht. Das Duo aus San Francisco fabriziert ungewöhnliche Naturgeräusche: Unerschrocken verarbeiten sie Geräusche, die sie in der chirurgischen Abteilung eines Krankenhauses aufgenommen haben zu Musik - von Nasenkorrekturen bis zum Schlürfen beim Fettabsaugen. Ein spannendes Hörerlebnis, das sie zur Kunstform erhoben haben. Doch Björk ist wie immer für eine weitere Überraschung gut und hat noch einen weiteren Gast mitgebracht: Radio Boy, auch bekannt als Matthew Herbert, Doctor Rockit und Wishmountain. Unter seinen Pseudonymen frönt er seinen diversen musikalischen Vorlieben. Auch Herbert feilte früh an seiner musikalischen Ausbildung, lernte bereits im Alter von vier Jahren Klavier und Geige. Seine Spezialität liegt darin, während seiner Auftritte die Klänge und Geräusche seiner Umgebung aufzunehmen, und mit einem Sampler zu bearbeiten. So entführt er den Zuschauer in eine reizvolle Welt der Verbindung aus Hören und Sehen. Für ARTE wird der Star der elektronischen Musikszene als Radio Boy die Klangwelten seines neuesten Albums "The Mechanics of Destruction" präsentieren. Er zeigt, wie man aus der Zerstörung "entlarvender Produkte" Soundstrukturen zusammensetzen kann. Als Geräuschquelle dienen ihm dabei Fernsehapparate, Big Macs, Cola-Dosen und auch Unterhosen einer bekannten Marke. Ein sehenswertes Hörerlebnis von Musikern der besonderen Art auf "Music Planet 2Nite: Björk & Matmos meet Radio Boy

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