zurück

Henri Dutilleux

Ein Film von Michel Van Zele, Frankreich 2003

Der zeitgenössische französische Komponist Henri Dutilleux hat nur wenige Werke geschaffen. Über deren außergewöhnliche Qualität bestand allerdings nie ein Zweifel. Seine sehr persönliche Klangsprache entzieht sich jeder Zuordnung; ihre große rhythmische und melodische Flexibilität wird durch eine subtile Instrumentierung unterstützt. In ihrer Verbindung von poetisch-fantasievollen Elementen mit einem dichten, komplexen Stil spiegelt sie eine tiefe innere Wahrheit wider. Das Porträt von Michel Van Zele dringt in Henri Dutilleux' Welt ein und offenbart, indem er bis zur Quelle des musikalischen Schaffens vorstößt, die ganz besondere Alchimie der Inspiration. Dank seines weltoffenen und vielfältigen Ansatzes gelang es dem Komponisten, die lyrische Musik zu erneuern. Sein jüngstes, auf Baudelaire Bezug nehmendes Werk "Correspondances" ist hierfür ein herausragendes Beispiel. Die Dokumentation beobachtet die Entstehung dieses Werkes für Sopranstimme und Orchester bis zu dem Zeitpunkt, wo es die Sängerin Dawn Upshaw und der Dirigent Sir Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern einstudieren. Im Gespräch mit dem Regisseur erwähnt Henri Dutilleux seine wichtigsten Einflüsse: Literatur, Theater, Malerei, Poesie, Natur. Anhand einer Reise an Orte, die Dutilleux' Erinnerung angehören, und solche, an denen der Komponist heute lebt und arbeitet, verknüpft der Film dessen künstlerischen Werdegang mit seinen wichtigsten Werken und den Begegnungen, die ihn dazu inspirierten: das Isaac Stern gewidmete Violinkonzert "L'Arbre des songes"; "The Shadows of Time", eine Auftragskomposition Seiji Osawas für das Bostoner Sinfonieorchester; die Erste Sinfonie sowie die auch "Double" genannte Zweite Sinfonie, die Charles Münch 1959 in Boston dirigierte; "Timbres, Espace, Mouvement ou La Nuit Etoilée", ein von van Goghs Gemälde "Sternennacht" inspiriertes Werk; "Mystère de l'instant"; "Métaboles" und andere. Der Cellist Mstislav Rostropovitch, der bei Dutilleux das Konzert "Tout un monde lointain" in Auftrag gab, spricht mit Wärme und Respekt über den Meister; der Komponist Philippe Hersant, von dessen Arbeit sich Dutilleux "bezaubert" zeigte, geht auf die neuen Horizonte ein, die dieser bedeutende zeitgenössische Komponist eröffnete.

zurück