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Karol Szymanowski

Stabat mater, Opus 53
Litanei an die Jungfrau Maria, Opus 59

Released 2003
Directed by Dariusz Goczal

Polen 2003, TVP, Erstausstrahlung

Musikalische Einstudierung: Bogdan Gola

Stabat Mater, Opus 53
Sopran: Bozena Harasimowicz-Haas
Alt: Ewa Marciniec
Bariton: Adam Kruszewski

Litanei an die Jungfrau Maria, Opus 59
Sopran: Iwona Hossa

Chor: Chor der Nationaloper, Warschau
Chorleiter: Bodan Gola
Orchester: Orchester der Nationaloper, Warschau
Dirigent: Jacek Grzegorzek

Der polnische Komponist Karol Szymanowski (1882 - 1937) war einer der wichtigsten europäischen Musikgrößen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihm schwebte jahrelang ein religiöses Musikstück auf polnisch vor. Sein Werk "Stabat Mater" ist tief in der Tradition verwurzelt und zieht den Hörer durch andächtige Melodien und seine einfache, klare Form in den Bann.

Karol Szymanowski (1882 - 1937) war einer der wichtigsten europäischen Komponisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihm schwebte jahrelang ein religiöses Musikstück auf polnisch vor. Seine Intention war es, ein Musikstück zu komponieren, das auch außerhalb der Liturgie funktionieren konnte, in der Latein dominierte und strenge formale Gründsätze herrschten. Er griff schließlich nach der polnischen Übersetzung der lateinischen Sequenz "Jacopone da Todi". Das universale Thema, das früher von den größten Komponisten bearbeitet wurde, wurde von Szymanowski mit der Tradition des polnischen Volksliedes vereinigt. Szymanowski, der als Erneuerer und Reformator der polnischen Musik gilt, erschuf mit "Stabat Mater" (1926) ein Werk, das tief in der Tradition verwurzelt ist und eine schlichte Frömmigkeit ausdrückt. "Stabat Mater" ist für ein Sinfonieorchester, einen Chor und drei Stimmen (Sopran, Alt und Bariton) geschrieben. Den Text unterteilte der Komponist in sechs Sequenzen, die ausdrücklich thematisch differenziert sind. Szymanowski verzichtete hier auf die Vielfältigkeit der expressiven musikalischen Mittel zugunsten einer maximalen Kondensation. Um diese Reinheit des Ausdrucks zu erreichen, knüpfte Szymanowski an archaische Motive alter Musik an. In der andächtigen Melodie findet man so auch charakteristische Merkmale des polnischen Volksliedes. Gerade durch Aussparung von Emotionalität gewinnt "Stabat Mater" an überwältigender Dichte. Die einfache Struktur, die klare Form, die strenge Harmonie und die sparsame Orchesterbearbeitung zeichnen "Stabat Mater" als formal-kompositorische Meisterleistung aus, die den Hörer mit ihrer Reinheit und Logik der Form in den Bann zieht. Die "Litanei an die Jungfrau Maria" (1933) für Sopran, Frauenchor und Orchester mit dem Text von Jerzy Liebert ist ein kleines Werk, das eine ähnliche Ausdrucksweise wie "Stabat Mater" hat. Die Musik ist hier sehr leise, sie klingt sanft und pastellfarben.

ARTE zeigt diese Sendung innerhalb des Programmschwerpunkts "Europäische Osterweiterung", der zahlreiche Produktionen aus den und über die neuen EU-Länder umfasst.

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