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Sofia Gubaidulina

Passionen eines Lebens

Released 2003
Directed by ...

Dokumentation von Daniel Finkernagel und Alexander Lück, 3sat

Sofia Gubaidulina wird von vielen als beste zeitgenössische Komponistin der Welt bezeichnet. Die Musik der russischen Komponistin ist eng mit ihrer tiefen Religiosität verbunden, geprägt von einer Innerlichkeit, die außerzeitliche und visionäre Momente reflektiert. Aufgewachsen ist Sofia Gubaidulina in Kasan, Hauptstadt der Tatarischen Republik, wo sie Klavier und Komposition studierte. Das Moskauer Konservatorium war ihre nächste Station. Fasziniert von der Kunst der Polyphonie, vor allem von den Werken Johann Sebastian Bachs, schuf sie Werke von großer religiöser Dichte. Sie erhielt bedeutende Kompositionsaufträge von Festspielen und Orchestern aus der ganzen Welt. Durch die politischen Repressionen in der ehemaligen Sowjetunion wurden ihre Werke dort kaum aufgeführt. Erst nach der Perestrojka, als Sofia Gubaidulina längst zu den führenden Komponisten der westlichen Welt zählte, begann man sich auch in ihrer Heimat für ihre Musik zu interessieren.

Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche in Gubaidulinas russischer Heimat. Beleuchtet werden die Persönlichkeit der 71-jährigen Komponistin, ihr religiöser Hintergrund und ihr Werdegang. Im musikalischen Mittelpunkt steht die Welturaufführung des gesamten "Johanneszyklus" mit dem Chor und dem Orchester des NDR Hamburg unter der Leitung von Valerij Gergiev. In der Nähe von Hamburg, in Appen, wohnt und arbeitet Sofia Gubaidulina. Besonderer Höhepunkt der Dokumentation sind Aufnahmen des orthodoxen Klosters auf der Insel Valaam unweit von St. Petersburg. Das Klosterleben gibt Aufschluss über die Begeisterung Sofia Gubaidulinas für das kontemplativ-religiöse Geschehen in Russland, das die Grundlage für ihr Wirken bildet.

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