Der junge, sensible Thomas Manzoni wird nach einem Selbstmordversuch in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Auf Wunsch des Chefarztes spricht Martin Kurath die Geschichte von Thomas, die weitgehend auch seine eigene ist, auf Tonband.In der Strafanstalt Scheurental in der Schweiz begegnen sich die beiden zum ersten Mal: der 23jährige Strafgefangene Martin und der 16jährige Sohn eines Aufsehers Thomas. Die Zuneigung zwischen dem für sein Alter sehr reifen und empfindsamen Jüngling und dem Häftling ist gegenseitig, und für den Strafgefangenen Nummer 86 bekommt das Leben wieder einen Sinn. Nach der Strafverbüßung wollen sie zusammenleben, doch gegen diesen Wunsch verbündet sich die Umwelt: Thomas' Eltern, sein Lehrmeister und die von ihnen alarmierten Behörden laufen Sturm. In einer Erziehungsanstalt soll Thomas Zeit finden, "erwachsen" zu werden - mit Hilfe von Prügelstrafen, Kahlschur und Einzelhaft. Sein Freund Martin beschafft sich eine falsche Identität, läßt sich in der Anstalt Dürrenmoos als Praktikant einstellen und verhilft Thomas zur Flucht in die Bundesrepublik Deutschland. Die Freundschaft mit dem Bundestagsabgeordneten Krauthagen - auch er ist ein Angehöriger jener Minderheit, von deren Existenz man nichts wissen will, auch wenn er sich gegen außen geschickt als biederer Bürger tarnt - ist der Preis für eine Aufenthaltsbewilligung. Thomas, noch nicht korrupt genug, um seine Bedürfnisse zu verleugnen, läuft dem zudringlichen Heuchler davon. Er stößt mit seinem Wunsch, seiner Veranlagung gemäß zu leben, auf große Schwierigkeiten.
"Ich bin nicht kriminell, ich bin homosexuell. Das ist wesentlich schlimmer" läßt Alexander Ziegler in seinem authentischen Bericht Martin Kurath sagen. Homosexuelle und staffällig Gewordene - beide sind sie Außenseiter unserer Gesellschaft. Homosexualität und Strafvollzug - das sind die beiden heißen Themen, die diesen Film bestimmen.