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Kika
Kika

108 Min.

Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Musik: Perez Prado
Kamera: Alfredo F. Mayo
Spanien/Frankreich 1993


Rolle:

Darsteller:

 

Kika

Veronica Forque

Nicoilas Pierce

Peter Coyote

Ramon

Alex Casanovas

Andrea

Victoria Abril

Juana

Rossy de Palmar

Rafaela

Charo Lopez


Die quirlige Visagistin Kika lebt zusammen mit dem herzkranken Dessous-Fotografen Ramon. Kennen gelernt haben die beiden sich, als Ramon - vom Selbstmord seiner Mutter Rafaela geschockt - in todesähnliche Starre fiel. Ramons Stiefvater, der amerikanischer Schriftsteller Nicholas Pierce, bat Kika seinerzeit, die blasse Leiche zu schminken - wodurch Ramon zum Leben erweckt wurde. Seither sind die beiden ein Paar, doch ihre Beziehung gerät in eine Krise, als der solide Ramon seiner leichtlebigen Freundin Kika einen Heiratsantrag macht. Kika befürchtet, dass Ramon ihre Seitensprünge mit Nicholas bemerkt. Aber auch Ramon verbirgt ein Geheimnis: Er steht noch in Kontakt mit seiner früheren Geliebten, der narbengesichtigen Ex-Psychologin Andrea. Sie ist die verantwortliche Moderatorin der ebenso blutrünstigen wie erfolgreichen Reality-TV-Show "Das Schlimmste vom Tage", in der Morde und Unfälle zur besten Sendezeit präsentiert werden. Als Kika in ihrer Wohnung von einem Triebtäter heimgesucht wird, zeichnet Ramon die Vergewaltigung von einer gegenüber liegenden Wohnung aus auf und spielt die Bänder Andrea zu. Kika ist tief enttäuscht von Ramon - und auch von ihrem heimlichen Liebhaber Nicholas: Nach Beendigung seines Romans verlässt der Schriftsteller sie, um in die leer stehende Villa seiner verstorbenen Frau zu ziehen. Dort spürt die Reporterin Andrea ihn auf, denn sie hat Nicholas als gerissenen Serienkiller entlarvt. Mit Waffengewalt will sie ihn zu einem medienwirksamen TV-Interview zwingen. Es kommt zu einem Handgemenge, die beiden töten sich gegenseitig. Beim Anblick einer von Nicholas ermordeten Frau fällt Ramon erneut in Todesstarre, und wieder ist es Kika, die ihn zum Leben erweckt - diesmal mit rabiateren Methoden...

Seit "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" zählt Pedro Almodovar zu den renommiertesten Autorenfilmern Europas. In seinem zehnten abendfüllenden Spielfilm treibt der Spanier einmal mehr ein virtuoses Spiel mit Elementen aus Sex & Crime-Filmen und Screwball-Komödien. Mit traumwandlerischer Sicherheit und mit atemberaubender Geschwindigkeit changiert Almodovar dabei zwischen Groteske und Tragödie. Obwohl die Charaktere in ihren traditionellen Geschlechterrollen permanent in Frage gestellt werden, ist der Zuschauer immer wieder gerührt von psychologisch genauen Beobachtungen und Momenten tief empfundener Wahrheit. Und ganz nebenbei ist "Kika" auch eine ebenso realistische wie augenzwinkernde Reflexion auf den Medienbetrieb und den Voyeurismus des Fernsehpublikums.

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