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Das Piano
The piano

115 Min.

Regie: Jane Campion
Drehbuch: Jane Campion
Musik: Michael Nyman
Kamera: Stuart Dryburgh
Australien-Frankreich, 1992


Rolle:

Darsteller:

Ada

Holly Hunter

George Baines

Harvey Keitel

Stewart

Sam Neill

Flora

Anna Paquin

Tante Morag

Kerry Walker

Nessie

Genevieve Lemon

Hira

Tungia Baker


Die stumme Ada kommt um 1850 mit ihrer kleinen Tochter Flora aus Schottland nach Neuseeland, wohin ihr Vater sie an einen Mann verheiratet hat, den sie überhaupt nicht kennt. Dieser weigert sich, ihr geliebtes Klavier mitzuschleppen, als er sie abholt. Sein halbwilder Nachbar erkennt dagegen, was das Instrument für Ada bedeutet, und nutzt das aus, um sich an die junge Frau heranzumachen. Jane Campions preisgekrönter Film mit Holly Hunter und Harvey Keitel erzählt mit überwältigenden Bildern ein Liebesdrama in viktorianischer Zeit und war ein großer Kinoerfolg.

Die stumme schottische Auswanderin Ada (Holly Hunter) muß mit ihrer neunjährigen Tochter Flora (Anna Paquin) eine ganze Nacht in einer einsamen Bucht an der Küste Neuseelands warten, bis der Farmer Stewart (Sam Neill) die beiden abholt. Adas Vater hat ihr Stewart als Ehemann aufgezwungen.
Trotz ihrer flehentlichen Bitten läßt Stewart ihr Klavier, das ihr die Stimme ersetzt, am Strand zurück, als er Ada und Flora auf sein Anwesen im Regenwald holt. Dort ist Baines (Harvey Keitel) ihr Nachbar, ein verschlossener, eigenwilliger Einwanderer, dessen Maori-Tätowierungen im Gesicht bekunden, daß er zwischen der Welt bigotter weißer Siedler und dem ungezwungenen Dschungeldasein der Eingeborenen lebt. Im Gegensatz zu Adas verklemmtem Mann spürt Baines schnell, was der Konzertflügel der jungen Frau bedeutet, er bringt ihn in seinen Besitz und schlägt ihr vor, sich das Piano zurückzuverdienen, wenn sie ihm Zärtlichkeiten gestattet...

Holly Hunters Darstellung der stummen Ada und ihres Ausbruchs aus den Fesseln einer prüden viktorianischen Moral ist eine schauspielerische Meisterleistung und brachte ihr 1993 in Cannes den Preis für die beste Darstellerin ein. Harvey Keitel und Sam Neill stehen ihr in den männlichen Hauptrollen kaum nach. Die neuseeländische Regisseurin Jane Campion ("Sweetie", "Ein Engel an meiner Tafel") gewann mit "Das Piano" als erste Frau in Cannes die "Goldene Palme". Die Kritiker reagierten fast einhellig begeistert ("In jeder Hinsicht ein Kino-Wunder"); auch beim Publikum kam der Film glänzend an. Die Geschichte von der Entdeckung des Körpers und der Sexualität führt zu vielen tragischen Verwicklungen und fast zum Tod der Heldin; Jane Campion verzichtet jedoch auf eine konventionelle Melodramen-Lösung und bestraft die Entdeckung der Lust nicht mit dem Untergang der Heldin. Bis zum Schluß setzt sie auf die Kraft von Bildern, die in ihrer Eindringlichkeit unvergeßlich bleiben.

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