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Bette Davis (1908 - 1989) war ein halbes Jahrhundert lang einer der größten Hollywood-Stars. Bette Davis, ein scheues Mädchen aus bescheidenen Verhältnissen entwickelte sich zu einem temperamentvollen Star, der sich mit unbändigem Ehrgeiz seinen Weg erkämpfte und das Frauenbild des Hollywood-Films grundlegend veränderte. Selbstbewußtsein und Unabhängigkeit bewies Bette Davis auch in ihrem Privatleben. In ihrer langen Karriere war sie in über 100 Filmen zu sehen, gewann zweimal den Oscar und erhielt 1977 als erste Frau den "Life Achievement Award".

 

Bette Davis kam 1930 als Theaterschauspielerin nach Hollywood. In ihren ersten Filmrollen mußte sie meist das "häßliche Entlein" spielen und befürchtete schon mit 22 das frühe Ende ihrer Karriere. Der renommierte Schauspieler George Arliss brachte sie jedoch zum Warner Brothers-Studio, wo sie Rollen fand, die ihr Spaß machten: "reiche, unabhängige Frauenfiguren". Sie sah sich nie als Glamour-Girl, sondern als eine ernsthafte Schauspielerin. Mit der Rolle eines Stars in der Krise in dem Melodram "Dangerous" erhielt sie 1935 den ersten Oscar. Die folgenden Angebote an Drehbüchern und Regisseuren fand sie so schlecht, daß sie darüber einen Rechtsstreit mit Warner Brothers führte. Sie verlor, doch erhielt sie nun interessante Rollen wie jene im Südstaaten-Drama "Jezebel" (1938), die ihr den zweiten Oscar einbrachte. Obwohl sie längst ein reiches Repertoire für die Darstellung emanzipierter, ambitionierter, selbstsüchtiger Charaktere entwickelt hatte, erlahmte ihr Ehrgeiz nicht: "Ich glaube nicht, daß ich mit meiner Arbeit je völlig zufrieden war." Sie achtete darauf, daß die Konflikte ihrer Charaktere mit größter Sorgfalt inszeniert wurden. Von William Wyler forderte sie, daß eine dramatische Szene ohne Filmmusik gezeigt werden solle. Doch den Realismus des heutigen Kinos "ohne Frisur und Make-up" lehnte sie ab: Film müsse für sie "größer als das Leben" sein. Nach ihrem Abschied von der vertrauten Atmosphäre im Warner-Studio feierte sie mit "All about Eve" (1950) ein Comeback. Als ihre Karriere Ende der 50er Jahre ein weiteres Mal ins Stocken geriet, gab sie eine spektakuläre Stellenanzeige auf als "geschiedene Mutter dreier Kinder" mit "mehr Erfahrung, als die Gerüchte besagen". Mit ihrem Mut zur Häßlichkeit erspielte sie sich 1962 einen triumphalen Erfolg mit "Was geschah wirklich mit Baby Jane?", dafür erhielt sie die letzte ihrer insgesamt zehn Oscar-Nominierungen - mehr als jede andere Schauspielerin.

 

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