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Das Fenster zum Hof
Rear Window

107 Min.

Regie: Sir Alfred Hitchcock;
Drehbuch: John Michael Hayes nach einer Kurzgeschichte von Cornell Woolrich
Kamera: Robert Burks
Musik: Franz Waxman
USA ,1954


Rolle:

Darsteller:

 

 

L.B. Jeffries

James Stewart

Lisa Fremont

Grace Kelly

Stella

Thelma Ritter

Thomas J. Doyle

Wendell Corey

Lars Thorwald

Raymond Burr


Der Pressefotograf L..B. Jeffries ist durch einen Beinbruch an den Rollstuhl gefesselt und beobachtet aus Langeweile seine Nachbarn in den gegenüberliegenden Wohnungen. Dabei kommt er einem bizarren Verbrechen auf die Spur. Als er es mit Hilfe seiner Freundin Lisa selbst aufklären will, geraten beide in tödliche Gefahr.

"Da war der unbewegliche Mann, der nach draußen schaut. Das ist das erste Stück des Films. Das zweite Stück lässt in Erscheinung treten, was der Mann sieht, und das dritte zeigt seine Reaktion. Das stellt den reinsten Ausdruck filmischer Vorstellung dar, den wir kennen" (Hitchcock im Gespräch mit Truffaut).
"Das Fenster zum Hof" ist zugleich eine vieldeutige Abhandlung über Einsamkeit, Liebe, Voyeurismus und das Kino selbst. James Stewart ist in der Situation des Kinozuschauers, was er sieht, spiegelt eine kleine Welt. All die Geschichten haben einen gemeinsamen Nenner: die Liebe.

In der Exposition gleitet die Kamera über den schlafenden Hof, auf Stewarts schweißnasses Gesicht, über sein Gipsbein, auf den Tisch mit dem zerbrochenen Fotoapparat, über die Wand mit Fotos von sich überschlagenden Rennwagen. Damit wird - ohne Dialog - eine ganze Geschichte erzählt, Herkunft, Beruf, Schicksal des Helden sind geklärt, bevor ein Wort gefallen ist.

Immer wieder werden so die Requisiten eingesetzt: Grace Kelly, die ja unbedingt heiraten möchte, dringt in die fremde Wohnung ein, um ein Indiz gegen den Mörder zu finden, und sie findet den Ehering der Frau. Sie steckt ihn an ihren Finger und hält ihn auf den Rücken, damit James Stewart ihn durchs Fernglas sehen kann. Für Grace Kelly ist das wie ein doppelter Sieg: Sie hat Erfolg bei den Nachforschungen, und sie nimmt die Heirat vorweg, sie hat den Ring schon am Finger. Die ganze Situation des Paares ist von einer hinreißenden Zweideutigkeit: die liebeshungrige Grace Kelly rückt James Stewart ständig auf die Bude, aber der ist außer Gefecht gesetzt und guckt offenbar sowieso lieber in fremde Fenster. Und dazu die sarkastischen Kommentare von Thelma Ritter, die in der Nebenrolle der Krankenschwester brilliert.

Nach der Kurzgeschichte von Cornell Woolrich drehte Alfred Hitchcock 1954 einen seiner besten Thriller. Hitchcock, Meister des Psycho-Thrillers, arbeitete mehrfach mit der Angst des unschuldigen Protagonisten, der in ein Verbrechen verwickelt wird. So auch in diesem hervorragend gefilmten und gespielten Werk. Die Farbe des Films erhielt eine Auffrischung. So kam der prickelnde Thriller auch wieder in unsere Kinos. Ein Beispiel, wie wirklich gute Filme aussehen können!

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