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Über den Dächern von Nizza
To catch a Thief

101 Min.

Regie: Alfred Hitchcock;
Drehbuch: John Michael Hayes nach einem Roman von David Dodge
Musik: Lyn Murray
Kamera: Robert Burks / Wallace Kelley
USA, 1955


 

Rolle:

Darsteller:

 

John Robie

Cary Grant

Frances Stevens

Grace Kelly

Jessie Stevens

Jessie Royce Landis

H.H. Hughson

John Williams

Daniuelle Foussard

Brigitte Auer

Bertani

Charles Vanel


John Robie (Cary Grant), in seinem früheren Leben der berühmte Juwelendieb "die Katze", hat sich inzwischen hat zur Ruhe gesetzt. Doch nun treibt eine neue "Katze" ihre Unwesen in den Hotels der Reichen und Schönen und bringt damit Robie selbst in Verdacht, wieder aktiv zu sein. Um seine Ehre wieder herzustellen, macht sich Robie selbst auf die Suche nach dem Dieb - und verliebt sich dabei in die hintergründige Frances Stevens (Grace Kelly). So freuen wir uns auch diesmal wieder auf den Filmkuss schlechthin ...

Sie kennen "Über den Dächern von Nizza"? Nein, jedenfalls nicht das in VistaVision gedrehte, farbenprächtige Original. Selbst der berühmte Auftritt des Meisters war in der bisher geläufigen Kopie nicht zu sehen. Nach detaillierter Recherchearbeit hat Jürgen Labenski vom ZDF wieder einmal einen Klassiker in seiner ursprünglichen Fassung wieder auferstehen lassen.

Anders als bei der Rekonstruktion von "Sklavin des Herzens, bei der volle vier Minuten Film fehlten, lag "Über den Dächern von Nizza" in einer zeitlich vollständigen Fassung vor. Dennoch waren etwa 30 Prozent des Films nicht zu sehen: Vor Jahrzehnten ließ die Produktionsgesellschaft Paramount eine neue Kopie des Films anfertigen. Dabei stellten die Techniker fest, dass die Farbe des Filmstreifens von den Rändern her verblasst war. Man entschied sich, einfach nur die Bildmitte zu zeigen und die Ränder stark zu beschneiden. Damit bekamen die Zuschauer nicht nur einiges vom schönen Schauplatz der Côte d'Azur nie zu Gesicht, sondern auch der Regisseur selbst wurde aus dem Filme entfernt, weil sein kurzer Auftritt ihn am Bildrand zeigte. Nach langen Verhandlungen mit der Paramount erhielten Jürgen Labenski vom ZDF und die Filmtechniker der Kirch-Gruppe in München nun eine zwar stark gealterte, aber doch "gute" Kopie des Films, die das ganze Format enthielt. Allerdings musste nun jede einzelne Einstellung (das ist die Zeitspanne zwischen zwei Schnitten) einzeln optisch korrigiert werden. Dazu bestimmten die Experten die ursprüngliche Lichthelligkeit und Farbstimmung. Meist erhalten Technicolor-Filme mit den Jahrzehnten einen deutlichen Farbstich ins Rote, dagegen gehen Grün-Anteile verloren. Bei etwa 1.200 Einstellungen bedeutet das eine wahre Sisyphusarbeit! Doch die Filmexperten sind sich einig: Die Anstrengung hat sich gelohnt. Wir zeigen Ihnen den Film nun im korrekten Breitwandformat, d.h. mit den Kino-typischen schwarzen Balken über und unter dem Filmbild.

Erstaunlich, aber wahr: Alfred Hitchcock hat Zeit seines Lebens nie den "Oscar" erhalten. Dagegen wurden seine Filme häufiger bedacht. "Über den Dächern von Nizza" erhielt die begehrte Trophäe für die beste Farb-Fotografie. Um so trauriger, dass das Publikum den Film lange Zeit gar nicht in den ursprünglichen, satt strahlenden Farben sehen konnte.

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