zurück

Zum Schweigen verurteilt
I confess

91 Min.

Regie: Alfred Hitchcock;
Drehbuch: George Tabori und William Archibald
Musik: Dimitri Tiomkin
Kamera: Robert Burks
USA ,1953


 

Rolle:

Darsteller:

 

Vilette

Ovila Legane

Pater Michael Logan

Montgomery Clift

Otto Keller

O.E. Hasse

Ruth Grandfort

Anne Baxter

Inspektor Larrue

Karl Malden

Willy Robertson

Brian Aherne

Alma Keller

Dolly Haas

Pierre Grandfort

Roger Dann

Pater Millais

Charles Andre


Im frankokanadischen Quebec nimmt ein junger katholischer Geistlicher seinem Küster die Beichte ab. Der aus Deutschland stammende Emigrant gesteht ihm, einen Mord begangen zu haben. Weil der Priester das Beichtgeheimnis wahrt, gerät er selbst unter Mordverdacht.
Pater Michael Logan nimmt zu mitternächtlicher Stunde in seiner Kirche eine unheimliche Beichte ab. Sein Küster Otto Keller, ein deutscher Emigrant, gesteht ihm, in einer Priestersoutane einen Menschen ermordet zu haben, als dieser ihn in der Kirche bei einem Diebstahl überraschte - ausgerechnet den Menschen, der Logan in der Hand hatte. Kellers Opfer, der Anwalt Vilette, war ein gemeiner Erpresser, der sein Wissen um dessen frühere Affäre mit der verheirateten Ruth Grantfort hemmungslos ausnutzte. Der junge Geistliche rät dem Mörder, sich der Polizei zu stellen, doch Keller fehlt der Mut.

Die polizeilichen Untersuchungen, geleitet von Inspektor Larrue, führen rasch zu Michael Logan. Doch der Verdächtige ist an das Beichtgeheimnis gebunden und kann sich nicht offenbaren, nicht einmal seinem Anwalt Willy Robertson gegenüber. Die Beweislast ist erdrückend. Die Geschworenen-Jury spricht zwar den Priester aus Mangel an Beweisen frei, die Zuschauer im Saal aber schreien nach Rache. Logans Leben hängt an einem seidenen Faden.

Hitchcock nutzt in "Zum Schweigen verurteilt" die Geschichte eines Mordes, um die seelische Verfassung von Menschen auszuleuchten, die in ein Verbrechen verwickelt sind (oder darin verwickelt zu sein scheinen). Er enthüllt diffizile menschliche Beziehungen, ehe die Handlung in ein furioses Finale mündet. "Die Spannung entwickelt sich hier aus psychologischen und theologischen Konflikten. Die kriminalistischen Vorgänge bilden den Hintergrund" (Lexikon des Internationalen Films). Daß er persönliche Ehe- und Glaubensprobleme mit einbezog, deutete er Truffaut gegenüber an ("Hitchbook", S. 167 ff.), die Namengebung für Kellers Frau Alma (so hieß die Gattin des Meisters) ist vielleicht kein reiner Zufall. Ganz bewußt ist die Besetzung des Ehepaars Keller mit den beiden Deutschen, dem Charakterschauspieler O. E. Hasse und Dolly Haas, der deutschen Emigrantin, die 1933 nach etlichen Komödienerfolgen für die Ufa Hitlers Deutschland verließ und in den USA einen Neuanfang wagte. Mit "Zum Schweigen verurteilt" gab sie ihren Leinwandabschied. Am Drehbuch schrieb der große Theatermann George Tabori mit, der am 24. Mai dieses Jahres 85 Jahre alt wurde. Der gebürtige Bulgare mit britischem Paß war in den 30er Jahren nach England und von dort 1947 in die USA emigriert. In Hollywood arbeitete das Multitalent als Drehbuchautor u. a. für Hitchcock, Anatol Litvak und Joseph Losey.

zurück