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Michael Eppstein - Hitchcock, Selznick & das Ende von Hollywood

Ein Film von Michael Eppstein

Der renommierte Autor und Regisseur Michael Epstein erzählt von der Freundschaft und Arbeitsbeziehung zwischen Alfred Hitchcock und Hollywood-Tycoon David Selznick, der den Briten Ende der 30er Jahre mit einem lukrativen Vertrag über vier Filme in die amerikanische Filmmetropole gelockt hatte. Zwei Egomanen trafen aufeinander, die eine große Leidenschaft teilten - das Kino.

Im Dezember 1938 brannte Selznick Atlanta nieder - spektakulärer Höhepunkt seines legendären Spielfilms "Vom Winde verweht", mit dem der Produzent Kinogeschichte schrieb. Als sein Werk - es hatte fünf Regisseure und ein Dutzend Autoren verschlissen - die Welt eroberte, war der Hollywood-Tycoon Selznick gerade 36 Jahre alt und schon eine Legende. Schon während der Arbeit an dieser Produktion der Superlative bereitet Selznick aber den Coup vor, der Amerikas Kino noch entscheidender verändern sollte: er lockt den Briten Alfred Hitchcock nach Hollywood. Hitchcock ist der Regiestar (Der Mann, der zuviel wußte / 39 Stufen) in seiner Heimat. Penibel bereitet er jede Einstellung vor, weiß genau, was er will und wie er es bekommt - der totale Gegensatz zu seinem neuen Arbeitgeber Selznick, der für seine spontanen Entschlüsse und Meinungsschwankungen berühmt berüchtigt ist.
Von 1939 bis 1946 dauert die Zusammenarbeit der beiden von ihrem Medium Besessenen, vier Filme realisiert das Dream Team, das sich gegenseitig Alpträume bereitet. Drei davon Meisterwerke, "Rebecca", als "bester Film" mit dem Oscar für Selznick bedacht, "Spellbound" und "Berüchtigt" waren das zählbare Ergebnis nach zahllosen aufreibenden Auseinandersetzungen um Befehlsgewalt und künstlerische Freiheit. "Der Fall Paradin" hingegen war in den Augen Hitchcocks "dank" Selznicks Einmischungen vom Buch und der Besetzung her eine Katastrophe" (Truffaut - Hitchcock: S. 144 f). Vor allem kennzeichnete die Hitchcock-Selznick-"Affäre" eine Wachablösung, die Hollywood entscheidend veränderte: Wie kein anderer hatte Selznick das Studiosystem verkörpert, in dem der omnipotente Produzent die komplette Kontrolle über den Film und seine Macher hatte, während Hitchcock einer der ersten Regisseure war, die die Herrschaft und Entscheidungsgewalt über jeden Arbeitsschritt von der ersten Idee bis hin zum letzten Schnitt für sich beanspruchten.

Der amerikanische Dokumentarfilmer Michael Epstein - Jahrgang 1966, bei "Hitchcock, Selznick & das Ende von Hollywood" als Produzent, Autor und Regisseur verantwortlich - gehört zu den besten seines Fachs. Furore machte er auch in Deutschland u. a. mit "Die Schlacht um Citizen Kane", dem aufregenden Doppelporträt der beiden Monomanen Orson Welles und William Hearst, für das er neben anderen Auszeichnungen eine Oscarnominierung erhielt.

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