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A La Hitchcock

Ein Film von Lars-Olav Beier und Robert Müller

Wie kein anderer Regisseur hat Alfred Hitchcock mit seinem Werk die Arbeiten anderer Filmemacher beeinflußt. Truffaut, Scorsese, Minnelli, Preminger, Aldrich, De Palma, Bergman, Wenders, Almodóvar, Woo - das ist nur eine kleine Auswahl bekannter Regisseure, die Anleihen bei ihm machten. Hitchcocks Einfluß erstreckt sich von Zitaten einzelner Einstellungen über motivische und dramaturgische Variationen bis zu ganzen Filmen im Stile des "Master of suspense" und mehr oder weniger mißlungenen Remakes.Seine Eleganz und seine Effizienz, seine Fähigkeit, Geschichten rein visuell zu erzählen, Emotionen durch Spannung zu wecken, den Zuschauer zu packen und in das Geschehen hineinzuziehen: das macht seine Filme attraktiv und nachahmenswert.Brian De Palma eifert seinem Vorbild unentwegt nach ("Die Schwestern des Bösen", "Carrie - Das Satans jüngste Tochter"), Stanley Donen gelangen spielerische Variationen im Geiste des Meisters, ohne ihn lediglich zu plagiieren ("Charade", "Arabeske"). Der sogenannte "Vertigo"-Effekt, eine mit einem Zoom kombinierte Kamerafahrt, die ein schwindelerregendes Gefühl von Tiefe erzeugt, wurde von Fassbinder, Scorsese und Spielberg verwandt und abgewandelt. Der Kuß, den Robert Donat in "39 Stufen" (1935) einer hübschen, ihm völlig unbekannten Frau gibt, um seine Verfolger von sich abzulenken, wurde zu einem Stereotyp, dessen sich Truffaut in seinem letzten Film "Auf Liebe und Tod" (1983) ebenso bediente wie jüngst John Frankenheimer in "Ronin" (1998)."A la Hitchcock": ein Streifzug durch Zitate und Hommagen, durch Anleihen, Plagiate und Parodien, ein Versuch, auf ungewöhnlichem Wege über die Epigonen Hitchcocks wieder zum Kern seines Werkes vorzustoßen.

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