zurück

Cocktail für eine Leiche
Rope

77 Min.

Regie: Alfred Hitchcock;
Drehbuch: Arthur Laurents nach einem Theaterstück von Patrick Hamilton
Musik: Francis PoulenceJoseph Velentine
Kamera: Robert Burks
USA ,1948


 

Rolle:

Darsteller:

 

Professor Rupert Cadell

James Stewart

Brandon Shaw

John Dall

Philip Morgan

Farley Granger

Davids Vater

Sir Cedric Hardwicke

Janet Walker

Joan Chandler

Mrs. Wilson

Edith Evanson

David Kentley

Dick Hogan


Um zu beweisen, daß ein perfekter Mord möglich ist, bringen zwei Studenten in New York einen Kommilitonen um. In dem Apartment, in dem sie die Leiche verstecken, feiern sie eine Party. Nur Professor Cadell, der sie mit seiner elitären Einstellung auf die makabre Idee gebracht hat, schöpft Verdacht.

Brandon und Philip, zwei Studenten der elitären Harvard-Universität, töten ihren Kommilitonen David Kentley. Ihr Motiv: Sie wollen beweisen, daß sie den "perfekten Mord" begehen können. Die Leiche ihres Opfers verstecken sie in einer Truhe in ihrem New Yorker Apartment, auf der ihre Haushälterin Mrs. Wilson wenig später ein kleines Buffet für die geplante Party anrichtet. Nach und nach treffen die Gäste ein, darunter Davids Vater und Davids Verlobte Janet. Sie wundern sich zwar, wo der junge Mann bleibt, schöpfen aber keinerlei Verdacht. Anders Professor Cadell, der mit seiner fatalen Philosophie vom Übermenschen seine Schüler auf die mörderische Idee gebracht hat. Ihm fällt Philips extreme Nervosität auf. Nach und nach wird zur schrecklichen Gewißheit, was er zunächst nicht wahrhaben will.

"The Rope" ist die Übertragung eines Theaterstückes auf die Leinwand, die ganze Handlung läuft an einem Sommerabend in einem New Yorker Appartement ab. Abgesehen vom Anfang auf der Straße sind die übrigen Szenen praktisch in einer einzigen Einstellung gedreht. Das brachte große technische Schwierigkeiten mit sich: Die Beleuchtung mußte ständig verändert werden, denn die Handlung begann bei Tageslicht und endete in der Nacht. Die zwangsläufige Unterbrechung bei jedem Rollenende etwa alle zehn Minuten wurde dadurch kaschiert, daß eine Person mit dunkler Jacke dicht vor die Kamera trat, so daß in dem Augenblick das Bild schwarz wurde. Die Kamerabewegungen waren vorher bis in die winzigsten Einzelheiten geprobt worden. Wenn von einem Zimmer in das nächste gefahren wurde, verschwand die Wand des Raumes auf lautlosen Schienen. Auch die Möbel liefen auf Rollen und wurden entsprechend verschoben. Hitchcock hat später dieses Experiment einen 'idiotischen' Versuch genannt, obwohl er dabei doch seinem Stil treu geblieben war: "Die Kamerabewegungen und die Bewegungen der Schauspieler entsprechen genau meiner üblichen Schnittmethode. Das heißt, ich hielt mich weiter an das Prinzip, die Proportionen der Bilder zu verändern im Verhältnis zur emotionellen Wichtigkeit der einzelnen Momente."

"Was an Hitchcocks Film so fasziniert, ist vor allem die formale Adaption des Stoffes ... In seiner ganzen Disposition ist dieser Film bester Hitchcock; intellektualistische Spielerei vor bitterernstem Hintergrund, voll raffiniert ausgeklügelter Spannungstricks, deren scheinbare Beiläufigkeit die Wirkung steigert, makaber in seinem zwielichtigem Humor ..." (Katholischer Filmdienst)
Für Hitchcock brachte "Cocktail für eine Leiche" eine dreifache Premiere: Es war Hitchcocks erste Eigenproduktion nach seiner Trennung von Hollywood-Mogul David, sein erster Film in Farbe und seine erste Zusammenarbeit mit James Stewart, neben Cary Grant "Hitch's" Lieblingsschauspieler. Drei weitere gemeinsame Filme sollten folgen und damit drei weitere Meisterwerke: "Das Fenster zum Hof" (1954), "Der Mann, der zuviel wußte" (1956) und "Vertigo - Aus dem Reich der Toten" (1958). "In allen vier Filmen verkörpert Stewart einen Mann, dessen professionelle Brillanz ihn nicht vor dubiosen moralischen Verstrickungen bewahren kann. Hitchcock drückt solche Defekte optisch aus. In 'Cocktail für eine Leiche' hinkt James Stewart" (Bodo Fründt).

zurück