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Verdacht
Suspicion

95 Min.

Regie: Alfred Hitchcock;
Drehbuch: Samson Raphaelson, Joan Harrison und Alma Reville nach dem Roman "Before the Facht" von Francis Iles
Musik: Franz Waxman
Kamera: Harry Stradling
USA ,1941


 

Rolle:

Darsteller:

 

Lina McLaidlaw

Joan Fontaine

Johnnie Aysgarth

Cary Grant

Genera McLaidlaw

Sir Cedric Hardwicke

Beaky

Nigel Bruce

Mrs. McLaidlaw

Dame May Whitty

Mrs. Newsham

Isabel Jeans


Die junge Lina McLaidlaw verliebt sich unsterblich in den charmanten Playboy Johnnie Aysgarth. Gegen den Willen ihres Vaters, der in ihm den Mitgiftjäger sieht, heiratet sie Johnnie. Das Glück währt nur kurz. Bald wird sie von dem Verdacht gequält, ihr Mann wolle sie ermorden, um sie zu beerben.

Die schüchterne, unscheinbare Lina McLaidlaw ist nicht der Typ Frauen, unter denen Johnnie Aysgarth seine Eroberung zu machen pflegt. Vielleicht ist die brave Offizierstochter aus der Provinz gerade deshalb so fasziniert von ihm. Obwohl ihr Vater General McLaidlaw, der ihn nicht grundlos einen Taugenichts und verantwortungslosen Playboy nennt, alles daran setzt, diese Verbindung zu verhindern, heiratet Lina den hochverschuldeten jungen Mann mit dem unwiderstehlichen Lächeln.
Ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, bald keimt in ihr der Verdacht, Aysgarth habe es nur auf ihr Geld abgesehen. Als Beaky, Johnnies Freund und Kumpan aus vergangenen leichtfertigen Zeiten, unter seltsamen Umständen ums Leben kommt und die Polizei bei ihr auftaucht, stellt sie sich die bange Frage, ob ihr Mann ein Mörder ist. Die Entdeckung, daß er hinter ihrem Rücken Erkundigungen über ihre Lebensversicherung eingezogen hat, läßt sie vollends in Panik geraten. Sie glaubt fest, sie werde das nächste Opfer des eiskalten Mörders, der ihr Mann ist.

1939 hatte David O. Selznick Hitchcock für vier Filme nach Hollywood geholt, ein Jahr später feierten der Produzent und sein Regisseur ihren ersten gemeinsamen Triumph mit "Rebecca", entstanden nach einer Erzählung der englischen Bestsellerautorin Daphne du Maurier. Für "Verdacht", einer weiteren Adaption eines englischen Krimistoffes ("Before the Fact" von Francis Iles), lieh Selznick "seinen" Hitchcock an die RKO-Studios aus. Ihm gelang "ein leiser, von meisterhafter Spannungssteigerung beherrschter Film im Stil eines Kammerspiels" (Lexikon des Internationalen Films). "In 'Suspicion' ist die Bedrohung durch Gewalt fast immer präsent. Nicht oft kann man einen Horrorspezialisten finden, der sich auch auf der Ebene subjektiver Erfahrung so gut auskennt" (Herald Tribune). Daß der Film nicht zur Katastrophe geriet, hing an einem seidenen Faden. Ein leitender Angestellter der RKO hatte den Film auf unter 60 Minuten zurückgeschnitten und alles entfernt, was Cary Grant als potentiellen Mörder "brandmarkte". Hitchcock konnte diese Absurdität entschärfen und einen Großteil der Szenen wieder einfügen, mit dem (nicht buchgerechten) Happy-End aber mußte er sich abfinden.
Joan Fontaine, Hitchcocks grandiose Heldin in "Rebecca", war auch hier phantastisch. Sie gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin - ausgerechnet gegen ihre Schwester Olivia de Havilland, die für das Melodrama "Das goldene Tor" nominiert war. Ihr ebenfalls hochgelobter Partner ist Cary Grant, der den ersten seiner vier Hitchcock-Auftritte hatte. Es folgten "Berüchtigt", "Über den Dächern von Nizza" und "Der unsichtbare Dritte", Meilensteine der Kinogeschichte.

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