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Bilderbuch Deutschland - Köln, Kirche, Karneval, Kölsch und Klüngel

Ein Film von Martina Müller

Kirche, Karneval, Kölsch und Klüngel bewegen die Geschicke der Stadt seit rund zweitausend Jahren. Von der römischen Kolonie "Colonia" über das Heilige Coellen im Mittelalter bis in die Gegenwart wird hier nach dem Motto gelebt: Geschäft und Frömmigkeit führen zu Geselligkeit. Der typisch kölsche Klüngel hat religiösen Ursprung, beginnt bei dem Umgang der Kölner mit ihren Heiligen, deren Reliquien sie geschäftstüchtig zu vermarkten wussten. Unter dem Deckmantel der Frömmigkeit und mit dem festen Glauben, vielen Gutes zu tun und niemandem zu schaden.

Köln, die nördlichste Stadt Italiens, die rheinische Variante mediterraner Lebensweise, ist kabarettistisch betrachtet ein liebenswertes Biotop für Bekloppte - nicht nur im Karneval. Die Kölner lieben es zu feiern, ganz gleich aus welchem Anlass. Ob Fronleichnamsprozession oder Rosenmontagszug, in jedem Fall eine bunte Veranstaltung unter freiem Himmel. Die Kölner sind nicht römisch-katholisch, sondern kölsch-katholisch. Auch Gott ist gleichsam ein Kölner geworden, der sich im Dom niedergelassen hat. Deutschlands populärstes Bauwerk ist seit der Grundsteinlegung 1248 ein Langzeitprojekt der Domhütte. Wer hat den Dom je ohne Baugerüst gesehen?

Konnte man im Heiligen Köln das ganze Jahr hindurch jeden Tag ein anderes Gotteshaus besuchen, so gilt das heute für die Kneipen. Sprache und Bier haben den selben Namen, und Kölsch ist die einzige Sprache, die man auch trinken kann. Das gibt es nur in Köln. Die Stadt ist selbstverliebt und eitel, hässlich und schön, aber hier, wo jeder Jeck anders sein darf, lässt es sich leben. Kölle Alaaf - Köln über alles!

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