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Mythos Deutsche Mark

Ein Film von Christian Feyerabend

20. Juni 1948 - Die Währungsreform gilt vielen als Geburtsstunde des westdeutschen Wirtschaftswunders - die harte Mark prägte nach Inflation und Krieg das kollektive Bewußtsein der (West-) Deutschen.

Nicht das Kriegsende 1945, nicht die Gründung der Bundesrepublik 1949 bestimmen in der Erinnerung der Deutschen die Zeitrechnung der Nachkriegsjahre, sonder die Währungsreform vom 20. Juni 1948.
Jeder Westdeutsche erhielt ein Kopfgeld von 40 DM. Mit diesem Juni-Wochenende begann für die geschlagenen Deutschen die - zweigeteilte - Zukunft. Die Währungsreform gilt vielen als Geburtsstunde des Wirtschaftswunders. Die harte Mark wurde nach Inflation und verlorenem Krieg d i e Lebenserfahrung - nichts prägte mehr das kollektive Bewusstsein der Bundesrepublik. Dem ökonomischen Erfolg der Bundesdeutschen zollten die europäischen Nachbarn Respekt. Man war wieder wer, galt wieder etwas, hatte das richtige Geld in der Tasche. Die D-Mark machte die Westdeutschen zu den "besseren", weil erfolgreicheren Deutschen - und verschärfte dadurch die deutsche Teilung.
Die "harte Deutsche Mark" wurde zum Mythos - mit ihr identifizierten sich die Bundesbürger eher als mit der Demokratie. Die D-Mark als ungeschriebene Verfassung der Bundesrepublik, als Garant für wirtschaftlichen Erfolg, politischen Einfluss, internationale Anerkennung. Wen wundert es da noch, wenn besonders die Deutschen bang dem Tag entgegenblicken, an dem der Euro die mythische Deutsche Mark ablöst?

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