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Freaks (O.mU.)
Freaks

61 Min.

Regie: Tod Browing
Drehbuch: Willis Goldbeck
Musik: Gavin Barns
Kamera: Merrit B. Gerstad
USA, 1932


Rolle:

Darsteller:

Phroso

Wallace Ford

Venus

Leila Hyams

Cleopatra

Olga Baclanova

Roscoe

Rosco Ates

Hercules

Henry Viktor

Hans

Harry Earles

Frieda

Daisy Earles

Mme. Tetrallini

Rose Dione


Die Geschichte von Tod Brownings Gruselklassiker spielt im Zirkusmilieu unter Missgestalteten. Die Produktionsfirma MGM hatte "Freaks" jahrelang unter Verschluss gehalten, weil man ihn für zu makaber hielt.
Die Story ist einfach: Cleopatra, eine schöne junge Frau, ist Trapezkünstlerin in einem kleinen und ziemlich schmutzigen Zirkus, dessen Attraktion hauptsächlich in einer Sammlung von abnormen menschlichen Gestalten besteht - Liliputanern, "Nadelköpfen", siamesische Zwillinge, einer bärtigen Dame. Eine ganz ähnliche Attraktion also, wie sie spätere und grausigere Horrorfilme ausbeuteten.
Hans, ein Liliputaner, ist mit einem Mädchen seiner Statur verlobt, fühlt sich aber zu Cleopatra hingezogen. Dass es Browning vermieden hat, eine solche Neigung als pervers erscheinen zu lassen, sie vielmehr unserer Sympathie und unserem Verständnis empfiehlt, gibt einen Hinweis auf die Sensibilität, mit der er eine so delikate Situation behandelt. Cleopatra, die in Wirklichkeit die geliebte des Athleten Hercules ist, spielt eine Weile lang mit Hans ein grausames und für sie belustigendes Spiel - bis die entdeckt, dass er über finanzielle Rücklagen verfügt. Darauf fasst sie mit Hercules zusammen den Plan, Hans zu heiraten und ihn dann zu vergiften, um sich seines Geldes zu bemächtigen. Bei der Hochzeitszeremonie kann sie jedoch ihren Abscheu und ihr Entsetzen nicht verbergen. Mit einer schrecklichen und rücksichtslosen Freude verspottet und erniedrigt sie Hans vor den anderen. Endlich erkennen die Freaks die Wahrheit und schließen sich zusammen, um Hans zu schützen und sich zu rächen. Ihre Methode ist fürchterlich... Den ganzen Film hindurch unterstreicht Browning die Solidarität unter den Freaks - ein Angriff auf einen von ihnen ist ein Angriff auf alle.

In diesem außerordentlichen Film hat Browning die volkstümliche Konvention des Horrors auf den Kopf gestellt. Das Gewöhnliche, scheinbar Normale, das Schöne erweckt hier Entsetzen; das Monströse und Verzerrte dagegen sehen wir mit Respekt, Sympathie, schließlich mit Zuneigung. Die sichtbare Schönheit verbirgt das unsichtbare Böse, das sichtbar Entsetzliche ist die wahre Güte. Bekanntlich ließ Browning wirkliche Zirkus-Freaks in seinem Film spielen. Eine sehr geschickte Wahl traf er auch, als er die Rolle der Cleopatra mit der in Russland geborenen Olga Baclanova besetzte, einer der schönsten Hollywood-Schauspielerinnen der damaligen Zeit, einer großen, blonden, fasst aggressiv vitalen Frau, deren strahlender, wohlproportionierter Körper im denkbar schärfsten Kontrast zu den verzerrten Gestalten um sie herum steht.

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