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Opfergang einer Nonne
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100 Min.

Regie: Raymond Leopold Bruckberger und Philippe Agostini
Drehbuch: Raymond Leopold Bruckberger und Philippe Agostini, nach dem Bühnenstück von Georges Bernanos und dem Roman "La Dernière à l`echafaud" von Gertrud von Le Fort
Musik: Jean Francaix
Kamera: André Bac
Frankreich, 1960


 

Rolle:

Darsteller:

 

Mutter Maria

Jeanne Moreau

Mutter Therese

Alida Valli

Die alte Priorin

Madeleine Renaud

Blanche de la Force

Pascale Audret

Kommissar der Revolution

Pierre Brasseur

Der Mime

Jean-Louis Barrault

Schwester Constanzia

Anne Doat

Der Priester

Georges Wilson

Marquis de la Force

Pierre Bertin


Der Film beruht auf einer historischen Begebenheit. Kurz nach dem Ausbruch der Französischen Revolution drohte den Revolutionären der Bankrott, deshalb beschlagnahmten sie sämtliche Kirchengüter und säkularisierten alle Orden im Namen der Freiheit.

Die Karmeliterinnen von Compiègne widersetzten sich. Deshalb wurden 16 von ihnen wegen "Bildung einer verschwörerischen Vereinigung gegen die Republik" zum Tode verurteilt. Es wird berichtet, dass sie mit dem Gesang des "Salve Regina" zum Schafott gingen. 1906 sprach sie Papst Pius X. selig.

Mehrere Künstler haben sich mit dem Leben und Sterben der Nonnen beschäftigt: Gertrud von Le Fort schrieb die Novelle "Die Letzte am Schafott", der französische Romancier Georges Bernanos schuf nach dieser Vorlage sein einziges Drama "Dialogues des Carmélites", Francis Poulenc komponierte eine Oper, die zu den wichtigsten Musikbeiträgen Frankreichs im 20. Jahrhundert gehört.

Der Film wiederum entstand 1960 sowohl nach der Novelle als auch den Dialogen des Dramas und war unerwartet erfolgreich. "Ein stiller und strenger Darstellungsstil, der keine falsche Sentimentalität duldet, erhebt den geschichtlichen Stoff zu einem wichtigen Drama menschlicher Schwäche und christlicher Stärke", urteilt "Religion im Film".

Zwei sehr junge, sehr unterschiedliche Frauen treten 1789 in den Karmel von Compiègne ein: Die sorglos unkomplizierte, heitere Constanzia und die Aristokratentochter Blanche, die seit ihrer Kindheit von unüberwindlicher Angst vor dem Leben befallen ist.

Die sterbende Priorin vertraut sie Mutter Maria an. Zur neuen Priorin wird Mutter Therese gewählt. Auf sie wartet schon der Kommissar der Revolution, ein Vertreter der Jakobiner, die in Klöstern nur "Nester von Ausbeutern und Verrätern" sehen.

Als Chevalier de la Force, ein Bruder von Blanche, sich im Kloster aufhält, um sich vor seiner Flucht aus Frankreich von ihr zu verabschieden, ist das für den Kommissar ein willkommener Anlass, das Kloster zu durchsuchen. Angesichts der schwierigen Situation werden Schwester Blanche und Schwester Constanzia noch einmal gefragt, ob sie ihr Gelübde ablegen wollen. Doch sie bleiben bei ihrem Entschluss.

Inzwischen wird in Paris die Republik proklamiert. Der Priester muss sich verstecken und darf keine Messe mehr lesen. Als er es dennoch gemeinsam mit den Karmeliterinnen tut, müssen sie das Kloster verlassen. Sie müssen ihre Ordenstracht ablegen, ihren bürgerlichen Namen annehmen und dürfen nicht zusammen wohnen. Gemeinsam legen die Nonnen das Gelübde des Martyriums ab. Blanche, die große Angst vor dem Sterben hat, versteckt sich in Paris. Als ihre Mitschwestern vor ein Revolutionstribunal gestellt werden, weil sie "die Macht der Gesetze nicht anerkennen", ist Blanche nicht dabei.

Auch Schwester Maria ist nicht zu finden. Die Nonnen werden zum Tode durch die Guillotine verurteilt, u.a. wegen "gegenrevolutionärer Reden, die die Existenz des Staates gefährden". Das Urteil wird sofort vollstreckt - und Blanche, die Ängstliche, geht im letzten Augenblick aufs Schafott, damit Schwester Maria weiter für den Orden leben kann.

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