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Charade
Charade

110 Min.

Regie: Stanley Donen
Drehbuch: Peter Stone
Musik: Henry Mancini
Kamera: Charles Lang jr.
USA ,1963


Rolle:

Darsteller:

Peter Joshua

Cary Grant

Regina "Reggie" Lambert

Audrey Hepburn

Hamilton Bartholomew

Walter Matthau

Tex Penthollow

James Coburn

Herman Scobie

George Kennedy


Als Reggie Lambert von einer Urlaubsreise in die Berge mit ihrem kleinen Neffen Jean-Louis nach Paris zurückkehrt, erwarten sie gleich mehrere unangenehme Überraschungen: Ihre Wohnung ist vollständig ausgeräumt und ein gewisser Inspektor Grandpierre schleppt sie ins Leichenschauhaus, wo sie ihren Mann Charles identifizieren muss. Unbekannte haben ihn aus einem Zug gestürzt. Die 250 000 Dollar, die er bei der Versteigerung ihrer Antiquitäten erzielt haben soll, sind spurlos verschwunden, die Konten sind leer. Auch wenn sie ihren Mann nicht mehr liebte und sich scheiden lassen wollte, ist der Schock groß. Umso froher ist sie über das Erscheinen des charmanten Peter Joshua, den sie im Urlaub kennen gelernt hat. Er bietet ihr seine Hilfe an. Bald darauf wird sie in die amerikanische Botschaft bestellt, wo sich ihr ein Mr. Bartholomew als örtlicher CIA-Chef vorstellt. Er zeigt ihr Fotos von drei Männern, die später bei Charles' Beerdigung auftauchen: Tex Penthollow, Leopold Gideon und Herman Scobie. Angeblich hat das unfreundliche Trio es auf das versteckte Geld abgesehen.
Die junge Witwe merkt bald, dass die drei nicht nur unfreundlich aussehen, sie sind auch gefährlich. Zu gern würde sie sich von Mr. Joshua beschützen lassen, aber leider ist auch er mehr als undurchsichtig.

Die Jagd nach dem Geld, die Manöver gegeneinander entwickeln sich zu einer Charade: das ist die Bezeichnung für eine bestimmte Rätselform und der zutreffende Titel dieses Films. Gaunerkomödie, Spionage-Thriller, Liebesromanze und Hommage an den "Meister der Spannung" Alfred Hitchcock. Mit dem Traumpaar Audrey Hepburn und Cary Grant und der Musik von Herny Mancini geht es mit viel schwarzem Humor und noch mehr Suspense um ein Spiel mit doppeltem und dreifachem Boden.

Der temporeiche Mix aus Gaunerkomödie und Spionage-Thriller vereint auf gekonnte Weise trockenen schwarzen Humor und Thrillerspannung. Natürlich ist das Vorbild Alfred Hitchcock stets spürbar (auch wenn der Meister selbst die weibliche Hauptrolle vermutlich mit einer kühlen Blonden wie Tippi Hedren besetzt hätte). Kaum jemand ist Hitchcocks Meisterschaft in Sachen Tempo, Spannung und makabrem Witz so nahegekommen wie Stanley Donen mit diesem Film.

Stanley Donen machte sich zunächst als Musical-Regisseur ("Singin´ in the Rain") einen Namen, ehe er zum Meister der geistreichen Thrillerkomödie avancierte. Mit der ironischen Hitchcock-Hommage "Charade" gelang ihm einer seiner besten Filme. Cary Grant zeigt sein komisches Talent in der stoischen Haltung, mit der er die größten Gefahren und Katastrophen hinnimmt, während Londons Ex-Model Audrey Hepburn mit ihrer Stilsicherheit für europäische Eleganz sorgt. Spätere Stars wie Walter Matthau, James Coburn und George Kennedy machen sogar die Nebenrollen zum Ereignis.

Das "Charade"-Konzept war derart erfolgreich, dass Stanley Donen es 1966 in dem Film "Arabeske" mit Sophia Loren und Gregory Peck wiederholte.

Cary Grant (1904 - 1986), der in keinem seiner Filme den Kinotod erlitt, gehört zu den Unsterblichen des Kinos. "Jenseits der Klischees vom Charmeur und Strahlemann, dem die Frauenherzen zufliegen, ist Grant einer der wirklich großen Hollywoodgenies. Er war vielleicht kein guter Schauspieler im üblichen Sinn, aber er besaß eine besondere Magie. … Faszinierend wurde seine hochpolierte Erscheinung erst durch den Humor, den Grant als geborener Engländer besaß. Er war kontrolliert komisch, dezent, intelligent, zivilisiert …" (Siegfried Schober). In "Charade" sagt seine Partnerin, die bezaubernde und von ihm bezauberte Audrey Hepburn (1929 - 1993), zu ihm: "Weißt du, was dein Fehler ist? Dass du keinen hast!"

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