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Fahrenheit 451 Regie: Francois Truffaut |
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Rolle: |
Darsteller: |
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Linda Montag / Clarisse |
Julie Christie |
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Guy Montag |
Oskar Werner |
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Feuerwehrhauptmann |
Cyril Cusack |
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Fabian |
Anton Diffring |
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Mann mit Apfel |
Jeremy Spencer |
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François Truffauts erster Farbfilm bezeichnet im Titel den Angelpunkt seiner Geschichte: Bei 451 Grad Fahrenheit beginnt Papier zu brennen. Er zeigt eine total entpersönlichte Science-Fiction-Welt, in der Kommunikation völlig technisiert ist und das Fernsehen als wichtigster Agent einer anonymen Staatsmacht fungiert, in der aber auch eine kleine Anzahl von Leuten Sensibilität entwickelt. "Selbst mit geschlossenen Augen könnte ich ihren Beruf erraten", sagt Clarisse, das Mädchen, das Bücher liebt, als sie den Feuerwehrmann Montag trifft. Kein Wunder: Montag riecht nach Kerosin wie ein Metzger nach Blut. Angesichts anonymer Manipulation und Bedrohung kann auch der Held nur anonym bleiben: ein Anti-Held, mit dem man sich nicht mehr identifizieren kann. Montags Beziehungen zu anderen Menschen sind total versachlicht, im Beruf auf das Vernichten, im privaten Leben auf kommunikative Kurzformeln. Unmenschlichkeit zeigt sich in dieser Ordnung weniger im Verbot der Kommunikation als in der Bereitwilligkeit der Betroffenen, Verbote zu akzeptieren. In "Fahrenheit 451" gibt es nur wenige Menschen, die eigene Initiative zeigen: Clarisse, die zum aktiven Widerstand entschlossen ist, und besonders die alte Frau, die sich mit ihren Büchern verbrennen läßt, weil sie so sterben will, wie sie gelebt hat. Mit ihr verbrennen jene Bücher, die als anerkannter Kulturbesitz seit Generationen überkommen sind, sterben Balzac ebenso wie die "Cahiers du Cinéma". Die Bücher, um die es hier geht, bleiben nicht Objekte. Sie bestimmen das Verhalten von Menschen. Schon deshalb erfaßt die Kamera sie nicht im Anschnitt, sondern total. Truffaut hat dazu in seinem Tagebuch von den Dreharbeiten notiert: "Die Bücher sind hier Personen, und sie auf ihrem Weg abzuschneiden, käme auf das gleiche heraus, wie wenn man den Kopf eines Schauspielers außerhalb des Filmausschnittes ließe." |
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